Die Töne, die Bezirkschef Norbert Mayr am Freitag auf Nachfrage anschlug, klangen wesentlich versöhnlicher als noch vor dem Treffen in Neumarkt. Man habe nun verlässliche Informationen erhalten und auf der anderen Seite der Parteispitze klar und deutlich die eigene Gefühlslage darstellen können. Nun ginge es darum, sich gegenseitig wieder Vertrauen entgegenzubringen und gemeinsam für die Rücknahme der Wahlkreisaufteilung zu kämpfen. Mit gegenseitigen Vorwürfen käme man jedenfalls nicht weiter. Und die Unterlandler Rücktrittsdrohung? „Die greift ja nur, wenn bestimmte Dinge nicht passieren. Also warten wir jetzt ab, was sich im Lauf der nächsten Wochen tut.“ <BR /><BR />Ähnlich äußerte sich gestern auch SVP-Landessekretär Harald Stauder: „Es war wichtig, dass wir die Faktenlage darstellen konnten, und damit alle in der Lage waren, die aktuelle Situation in die Faktenlage einzuordnen und zu verstehen, wo unsere Spielräume liegen.“ Am kommenden Montag soll nun auch der Parteiausschuss „Informationen aus erster Hand“ bekommen.<BR /><BR />Das Versprechen der Römer steht jedenfalls: „Wir werden alles versuchen, die Wahlkreis-Teilung wegzubringen“, sagt SVP-Senatorin Julia Unterberger. Dazu gehörten auch Gespräche mit den südtirolfreundlichen Ministern Roberto Calderoli (Lega), Antonio Tajani (Forza Italia) und von den Fratelli Francesco Lollobrigida.<BR /><BR />„Das ist, als ob Rotkäppchen zum Wolf gehen würde, um zu sagen, bitte friss mich nicht“, stichelt die Grüne Brigitte Foppa: „Eine alte Partei, die alles schon gesehen hat, die das Land durch jahrelange Paketverhandlungen geführt und immer wieder Rom neue Zugeständnisse abgetrotzt hat, sie hat ihren Führungsanspruch komplett verloren. Die Fratelli haben die SVP zahnlos gemacht. Und das Unterland zahlt als Erstes den Preis dafür.“ <BR /><BR />Die Süd-Tiroler Freiheit wiederholt ihre Forderung nach einem Ende der Bozner Koalition, werde dieser Angriff nicht abgeblasen. Gleichzeitig nimmt Sven Knoll die Freiheitliche Landesrätin Ulli Mair ins Visier, von der dazu bislang „kein Wort über die Lippen“ gekommen sei. Für den Freiheitlichen Obmann Roland Stauder ist dies nicht mehr als ein „peinlicher Versuch, aus der unsäglichen Urzí-Debatte parteipolitisch Profit zu schlagen, anstatt sachpolitische Lösungen zu liefern.“ Die Freiheitlichen sehen diese in je einem Wahlkreis Südtirol für Kammer und Senat – mit reinem Verhältniswahlrecht.<BR /><BR />Unterdessen landet die Wahlrechtsreform bereits übernächste Woche in der zuständigen Kommission des Senats.