Zu ihren weiteren Zielen gehört auch der Abbau der Wartezeiten für die Pflegeeinstufung: Und einmal mehr richtet die Politik dabei das Augenmerk auf die Hausärzte.<BR /><BR />Für den Antrag auf Pflegegeld braucht es nämlich zunächst ein ärztliches Zeugnis. Ausgestellt wird dies in den meisten Fällen vom Hausarzt und das als freiberufliche Leistung gegen Bezahlung. Allerdings kommt es dann in 11,2 Prozent der Fälle nicht einmal zur Einstufung in die erste Pflegestufe, sprich es besteht kein Pflegebedarf. Und bei 6,6 Prozent der Einstufungen gibt es keine Änderung der Pflegestufe, es hat also keine Verschlechterung beim Patienten und damit auch keinen erhöhten Pflegebedarf gegeben. <BR /><BR />Gesundheitslandesrat Dr. Hubert Messner werde, so kündigte Pamer gestern am Rande ihrer Pressekonferenz zu den Pflegeleistungen des Landes im vergangenen Jahr an, darüber mit den Basisärzten reden. Denn, so Pamer, wenn es gelänge, unnötige Ansuchen zu vermeiden, würden sich damit die Wartezeiten für die Einstufung erheblich verringern. <h3> Pflegesicherung: Entscheidung noch in diesem Jahr</h3>Der Abbau der Wartezeiten ist allerdings nur eine der Baustellen in der Pflege. Die Realisierung einer regionalen Pflegesicherung ist eine weitere. Hier zeigte sich Pamer zuversichtlich, dass noch innerhalb dieses Jahres eine Entscheidung für das beste Modell fallen und man mit 2026 damit starten könnte. <BR /><BR />Die Zeit drängt, denn die Ausgaben des Landes für Pflegeleistungen nehmen kontinuierlich zu. Im vergangenen Jahr kosteten diese 271 Millionen Euro, 137 Millionen davon wurden als Pflegegeld für die Pflege zu Hause ausbezahlt, der Rest floss in die Finanzierung der Seniorenwohnheime. „Das Pflegegeld ist eine wichtige Säule bei den Pflegeleistungen, es braucht aber auch ein integrierendes Modell wie die Pflegesicherung, um die Finanzierung der Pflege für die Zukunft auf ein stabiles Fundament zu setzen“, erklärte Pamer. <h3> Zahl der über 75-Jährigen wird um rund ein Drittel ansteigen</h3>Und die Zukunft hat es in sich: In den kommenden 15 Jahren wird die Zahl der über 75-Jährigen um 34,7 Prozent anwachsen und damit natürlich auch die Zahl der Pflegebedürftigen. <BR /><BR />Und so gehört zu den – aktuellen wie zukünftigen – Herausforderungen auch die Sicherstellung von ausreichend Personal. Wo es fehlt, müssen Plätze in den Seniorenwohnheimen unbesetzt bleiben. Zuletzt, so teilte der Direktor der Agentur für soziale und wirtschaftliche Entwicklung, Eugenio Bizzotto, gestern bei der Pressekonferenz mit, ist die Zahl dieser „leeren Betten“ leicht gesunken. Eine weitere Verbesserung der Personalsituation erhofft sich Pamer durch die Einführung des neuen Berufsbildes der „sozialen Hilfskraft“. <BR /><BR />Bei der Ausarbeitung des Ausbildungsplanes sei man auf einem guten Punkt, derzeit sei das neue Berufsbild auch Thema bei den Verhandlungen mit den Gewerkschaften. Ein Großteil der Pflegelast wird aber auch weiterhin bei den Angehörigen liegen, weswegen Pamer u.a. das Angebot an Tages- und Kurzzeitpflege erweitern möchte, um pflegende Angehörige zu entlasten. Vom Tisch ist dagegen das „Burgenländer Modell“, das dort pflegenden Angehörigen ein Beschäftigungsverhältnis bietet: Dies sei aus arbeitsrechtlichen Gründen nicht umsetzbar.