Der südkoreanische Rotkreuz-Verband schlug am Dienstag der nordkoreanischen Gegenseite vor, in der nächsten Woche neue Gespräche über die Wiederaufnahme der Familientreffen zu führen, wie eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul mitteilte. Das letzte Treffen dieser Art fand im Herbst 2010 statt.Es handele sich um eine dringliche Angelegenheit. „Wir hoffen, dass Nordkorea auf den Vorschlag positiv reagiert“, sagte die Sprecherin. Für viele ältere Koreaner sind solche kurzfristigen Familientreffen die letzte Chance, ihre nächsten Angehörigen im anderen Teil der koreanischen Halbinsel noch einmal zu sehen.Sie hatten sich durch die Teilung des Landes und den Korea-Krieg (1950-53) aus den Augen verloren.Südkorea setzt mit dem Vorschlag zugleich seine zaghaften Annäherungsversuche an das kommunistische Nordkorea fort. Zuletzt hatte Seoul dem Nachbarland Gespräche über eine gemeinsame Schädlingsbekämpfung in der Nähe von Gräbern des alten Königreichs Koguryo (37 v. Chr. bis 668 n. Chr.) im Norden der Halbinsel vorgeschlagen. Eine Zusage blieb jedoch bislang aus.Nach dem Tod des langjährigen Diktators Kim Jong Il im Dezember hatte Nordkorea eine Kontaktaufnahme mit der Regierung des südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak abgelehnt. Nordkorea reagierte damit unter anderem auf die Entscheidung Seouls, dem Regime in Pjöngjang kein Beileid zum Tod Kim Jong Ils auszusprechen.Die Spannungen auf der Halbinsel hatten sich Ende 2010 nach dem Beschuss einer zu Südkorea gehörenden Insel durch die nordkoreanische Küstenartillerie verschärft. Im vergangenen Jahr war es aber wieder zu einzelnen Kontakten zwischen Vertretern beider Länder gekommen.apa/dpa