Samstag, 30. März 2019

Serben halten den Kosovo für verloren

Sollte eine Volksabstimmung über diese Frage stattfinden, würden sich zwei Drittel der Serben gegen eine Anerkennung der früheren serbischen Provinz Kosovo als unabhängiger Staat aussprechen. Gleichzeitig ist aber eine Mehrheit (47 Prozent) überzeugt, dass der Kosovo für Serbien verloren ist. 41 Prozent sehen das laut einer Umfrage des Belgrader Instituts für Europäische Angelegenheiten nicht so.

In der serbischen Verfassung wird der Kosovo auch nach seiner Unabhängigkeitserklärung als Bestandteil Serbiens behandelt.
In der serbischen Verfassung wird der Kosovo auch nach seiner Unabhängigkeitserklärung als Bestandteil Serbiens behandelt. - Foto: © shutterstock

Die Umfrage wurde vom 8. bis 14. März durchgeführt. Befragt wurden 1207 serbische Bürger. 78 Prozent sind dagegen, den Kosovo anzuerkennen, auch wenn das eine schnellere Eingliederung Serbiens in die Europäische Union sichern würde. 54 Prozent sind überzeugt, dass die aktuelle serbische Regierung den Kosovo nicht anerkennen wird.

Der Kosovo hatte nach dem Krieg 1998/99 und den Jahren unter UNO-Verwaltung mangels einer Verhandlungslösung 2008 gegen den Willen Belgrads seine Unabhängigkeit erklärt. In der serbischen Verfassung wird der Kosovo nach wie vor als Bestandteil Serbiens behandelt.

Normalisierungsdialog liegt auf Eis

Ein von der EU initiierter Normalisierungsdialog zwischen Serbien und dem zu 90 Prozent von Albanern bewohnten Kosovo liegt wegen gravierender Unstimmigkeiten auf Eis.

57 Prozent der Befragten sagten, sie verstünden nicht, was der von Präsident Aleksandar Vucic im Vorjahr ins Spiel gebrachte Vorschlag zur Grenzziehung mit dem Kosovo bedeute. Knapp 42 Prozent äußerten sich dagegen.

apa

stol