Mittwoch, 09. Oktober 2019

Sex-Skandal vor Kommunalwahlen in Ungarn

Ein Sex-Skandal um den Fidesz-Bürgermeister des westungarischen Györ und ehemaligen Olympiasieger Zsolt Borkai beschäftigt Ungarn.

Sex-Skandal in Ungarn.
Sex-Skandal in Ungarn. - Foto: © Shutterstock

Denn kurz vor den Kommunalwahlen am 13. Oktober gelangten heimlich aufgenommene Videos dank eines anonymen Bloggers ins Netz, der sich „Anwalt des Teufels“ nennt und laut eigenen Angaben als Rechtsanwalt korrupte Geschäfte von Regierungspolitikern abgewickelt hatte.

Die Videos zeigen, wie sich Borkai mit Prostituierten im Frühjahr 2018 auf einer Jacht in der Adria vergnügt. Laut Medienberichten ist auch Kokain im Spiel gewesen.

Der 54-jährige ehemalige Turner (1988 Goldmedaille am Seitpferd bei den Olympischen Spielen in Seoul) und frühere Präsident des Ungarischen Olympischen Komitees gab letztlich zu, er sei auf den Videos zu sehen. Seine Familie stehe hinter ihm, betonte Borkai gegenüber Medien und veröffentlichte auf seiner Facebook-Seite ein Foto mit seiner Ehefrau und seinen beiden erwachsenen Kindern.

Trotz des Skandals will der Bürgermeister erneut in den Farben der rechtsnationalen Regierungspartei Fidesz antreten. Laut Politologen könnte der Sex-Skandal auch Fidesz bei den bevorstehenden Kommunalwahlen schaden, jener Partei, die die „Heiligkeit der Familie“ in den Mittelpunkt ihrer Kommunikation stellt, erinnerte das Online-Portal „hvg.hu“. Doch die Partei von Premier Viktor Orban bezeichnete das Sex-Video als „Privatangelegenheit“ von Borkai. Keinen Kommentar gab es außerdem zu den Vorwürfen, dass Borkai in Korruptionsangelegenheiten verwickelt sei, die ihm Millionen Euro mittels Scheinfirmen eingebracht haben sollen.

apa