Donnerstag, 09. Juli 2015

"Shopping di birra" sorgt für irritierte Reaktion

Was muss man den nicht deutschsprachigen Gästen in Südtirol übersetzen und was nicht? Diese Frage stellt man sich in Olang, wo aus einem Frühschoppen ein "Shopping di birra" wurde.

Auf zum Frühschoppen, dem "Shopping di birra", heißt es im Pustertal.
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Auf zum Frühschoppen, dem "Shopping di birra", heißt es im Pustertal.

Der Olanger Gemeinderat Matthias Hofer hofft, dass es sich um einen einmaligen Ausrutscher handelt. Konkret meint er damit, dass Betreiber eines Gasthauses im Ort auch italienische Gäste zum Frühschoppen laden wollte - und sich dazu auf einem Werbebanner einer Übersetzung bediente. 

"Es stellen sich die Fragen, warum und wie der Frühschoppen übersetzt wurde", so Hofer. Er nämlich habe hier eine klare Antwort und nimmt als Beispiel das Oktoberfest her.

Das Oktoberfest wird auch nirgends übersetzt

"Es gibt mittlerweile nicht mehr nur in München, sondern auf der ganzen Welt kleinere Oktoberfeste. Auffallend ist jedoch, dass überall, egal ob im Süden Italiens, in China oder sonst wo der Name Oktoberfest nicht übersetzt wird, da sich dieser Name als Marke etabliert hat", ist der Gemeinderat überzeugt.

So ähnlich sei die auch mit "unserer Tradition der Frühschoppen" zu handhaben. 

Auch dieser Brauch sei den Gästen als Frühschoppen bekannt. Die englisch-italienische Falschübersetzung sei somit nicht nur fragwürdig, sondern auch werbemäßig kontraproduktiv. "Unsere Gäste lieben unsere Traditionen, sie wollen nicht, dass wir diese durch sinnlose Übersetzungen mit Füßen treten", ist sich Hofer sicher. Er hofft, in der Sache ein Umdenken zu erreichen.

stol

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