Seit dem 7. Dezember 2024 informierte die Plattform www.lawinen.report täglich über die Lawinengefahr im Alpenraum. 144 Berichte wurden in dieser Saison veröffentlicht. Der letzte erscheint am Mittwochabend als Prognose für den 1. Mai. Für Landeshauptmann und Zivilschutzlandesrat Arno Kompatscher ist das Angebot „ein Erfolgsmodell der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit“. Jeder einzelne Report könne Leben retten, so Kompatscher. „Die Zahlen zeigen, dass viele Bergsportler Verantwortung übernehmen und ihre Touren bewusst planen.“<h3> Wenig Schnee, viele Steine – aber weiter Gefahren</h3>Die Wetterlage dieser Saison wird von Experten als eine der mildesten und trockensten seit Beginn der Aufzeichnungen beschrieben. Trotz eines frühen Wintereinbruchs Mitte September blieb der Schnee aus. Stattdessen dominierten Altschneeprobleme – ein tückisches Risiko, das mit bloßem Auge kaum erkennbar ist. Die Lawinengefahr erreichte in Südtirol nur an fünf Tagen die Stufe 4, die höchste Warnstufe 5 wurde nicht ein einziges Mal ausgerufen.<BR /><BR />Trotz der insgesamt geringeren Lawinenaktivität registrierte man in Nordtirol, Südtirol und im Trentino rund 200 Lawinenereignisse mit Personenbeteiligung. Elf Menschen kamen ums Leben, davon drei in Südtirol. Kompatscher mahnt: „Auch wenn diese Zahl unter dem langjährigen Schnitt liegt – jedes Opfer ist eines zu viel.“ Umso wichtiger sei es, das Informationsangebot weiter auszubauen.<h3> Ausbildung und Prävention als Schlüssel</h3>Ein zentraler Pfeiler der Lawinensicherheit ist laut dem Amt für Meteorologie und Lawinenwarnung die Ausbildung. In der Saison 2024/25 organisierte das Amt unter anderem einen zweitägigen Lawinenkommissionskurs in Sulden, drei Erste-Hilfe-Tage für Förster und Kommissionsmitglieder, sowie 15 weitere Kurse und Vorträge zur Lawinenprävention. Zudem beteiligte sich Südtirol an internationalen Fachveranstaltungen wie dem International Snow Science Workshop (ISSW).<BR /><BR />Ein begleitender Blog mit 27 Einträgen auf www.lawinen.report/blog wird auch in den schneefreien Monaten aktiv bleiben. Sollte es zu außergewöhnlichen Lagen kommen, etwa bei Spät- oder Frühwintereinbrüchen, sollen hier weiterhin relevante Informationen veröffentlicht werden.<h3> Vertrauen durch Verlässlichkeit</h3>Dass ein Winter ohne nennenswerte Schneemengen nicht automatisch sicher ist, zeigt die Bilanz der Saison. Zwölf Lawinenunfälle mit teils tödlichem Ausgang wurden allein in Südtirol dokumentiert – die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Umso wichtiger bleibt ein verlässliches und grenzüberschreitendes Warnsystem wie der Euregio-Lawinenreport. Dass dieser nun einen neuen Nutzerrekord verzeichnet, ist nicht nur ein technischer Erfolg – es ist ein Zeichen für gestiegenes Bewusstsein.<BR /><BR />„Bergsport wird nie ohne Risiko sein“, so Kompatscher. „Aber wir tun alles, um dieses Risiko so kalkulierbar wie möglich zu machen.“