Silvio Berlusconi hat den faschistischen Diktator Benito Mussolini am Rande einer Gedenkveranstaltung am Sonntag in Mailand verteidigt.„Die Rassengesetze in Italien sind Mussolinis größte Schande. In vielen anderen Bereichen hat Mussolini gut gearbeitet“, hatte er erklärt. Roland Lang, Leitungsmitglied der Süd-Tiroler Freiheit, kritisiert den ehemaligen Ministerpräsidenten dafür scharf: "Seine Aussage, dass der Diktator 'in vielen Bereichen gute Dinge getan hat', ist eine Ohrfeige besonders für die Südtiroler." "Denn unter dem Duce wurde den Südtirolern nicht nur der deutsche Name auf den Grabsteinen verboten, sondern in guter Zusammenarbeit mit den Nazis sollten sie sogar vertrieben werden." Der Ort und der Zeitpunkt - eine Veranstaltung im Gedenken der Opfer des Holocaust in Mailand sowie am Holocaust-Gedenktag - machten die Aussagen Berlusconis umso schwerwiegender. "Wenn ein so bekannter Politiker solche Aussagen macht, so will er damit bewusst eine Wählergruppe ansprechen, die noch immer der Zeit der faschistischen Diktatur nachtrauert. Anscheinend sind das leider so viele, dass sich der gerissene Politiker damit viel Zuspruch erwartet", kritisiert Lang.