Wie Vize-Finanzminister Vazil Hudak am Dienstag gegenüber Journalisten in Brüssel erklärte, soll die Unternehmenssteuer von derzeit 19 Prozent auf 23 Prozent ausgeweitet werden. Die private Einkommenssteuer soll weiter bei 19 Prozent bleiben, Spitzenverdiener mit einem monatlichen Bruttogehalt ab 2.700 Euro sollen aber mit 25 Prozent besteuert werden.Außerdem werde eine derzeit geltende 0,4-prozentige Bankenabgabe von Firmeneinlagen auf die Einlagen von Privatkunden ausgeweitet, sagte Hudak. Die Bankenabgabe soll später als Beitrag in einen europäischen Bankenrettungsfonds anrechenbar sein, sagte er.Außerdem wolle die Slowakei das derzeitige Pensionsantrittsalter von 62 Jahren auf 67 Jahre anheben, sagte der stellvertretende Finanzminister. Die Pensionsreform soll einhergehen mit einer 3- bis 4-prozentigen Reduktion staatlicher Zuschüsse an die „zweite Säule“ des Pensionssystems, die betriebliche Altersvorsorge. Dadurch könne das staatliche Defizit zurückgefahren werden.Derzeit würden die Reformen noch mit den Sozialpartnern diskutiert, sagte Hudak, der sich am Dienstag zu Gesprächen mit der EU-Kommission über das slowakische Sparprogramm in Brüssel aufhielt. Die Reformen sollen noch in diesem oder im nächsten Jahr umgesetzt werden. Ziel sei es, das staatliche Defizit Ende 2013 auf 2,9 Prozent der Wirtschaftsleistung zu reduzieren, sagte der Vize-Minister. Die Reduktion entspreche einem Einsparungsvolumen von 1,5 Milliarden Euro. Damit verabschiedet sich das bisherige Niedrigsteuerland Slowakei von der über Jahre angewandten Flat-Tax mit einem Einheitssteuersatz von 19 Prozent. Die Flat-Tax habe dem Land Nutzen gebracht, doch diese Auswirkungen seien weitgehend ausgeschöpft, sagte Hudak. In den vergangenen vier bis fünf Jahren sei das Volumen der Steuereinnahmen zurückgegangen, nicht aber die direkten Auslandsinvestitionen. Die Slowakei wolle nunmehr progressivere Elemente in ihr Steuersystem einführen.Die Konsolidierungsmaßnahmen sieht der slowakische Vize-Minister auch vor dem Hintergrund der Euro-Krise. „Der Staat ist die letzte Waffe in der Krise.“ Derzeit habe die Slowakei mit einer Gesamtverschuldung von rund 44 Prozent der Wirtschaftsleistung einen der niedrigsten Schuldenstände in der Eurozone. Der Staat müsse aber gewappnet sein für ein mögliches Ansteckungsrisiko aus Spanien, sagte Hudak. apa