Die Rentenzuzahlung der öffentlichen Hand soll von 500 Euro auf 1000 Euro pro Jahr erhöht werden, die Einkommensgrenze von 35.000 Euro auf 40.000 Euro brutto. „Eine angemessene Rente ist essenziell, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern“, erklärte Oberkofler gestern bei der Vorstellung im Landhaus.<BR /><BR />Aber von vorn: Im Jahr 2020 führte der Regionalrat Trentino-Südtirol eine Altersvorsorgeregelung für Kunst- und Kulturschaffende ein. Zahlte man jährlich bis zu 500 Euro in einen Zusatzrentenfonds ein, legte das Land die doppelte Summe dazu. „Jetzt wollen wir einen weiteren Schritt setzen und den öffentlichen Beitrag von 500 Euro auf 1000 Euro erhöhen“, berichtete Einbringer Zeno Oberkofler. Heute soll darüber im Regionalrat abgestimmt werden. Oberkofler ist zuversichtlich, dass der Entwurf angenommen wird. <BR /><BR /><embed id="dtext86-68636107_quote" /><BR /><BR />Um den Beitrag zu erhalten, durfte das Einkommen bislang nicht die Grenze von 35.000 Euro brutto überschreiten. „Das war nicht mehr zeitgemäß“, sagte Landesrat Achammer. Die Einkommen der Kunst- und Kulturschaffenden schwanken. Nicht jedes Jahr verdient man gleich viel. <BR /><BR />Die Landesregierung sprach sich bei einer Sitzung gestern dafür aus, die Grenze auf 40.000 Euro brutto zu erhöhen. Der Beschluss sei „nur noch eine Formalität“, so Achammer. Die Maßnahmen seien ein wichtiger Teil der Kulturförderung. Denn Menschen, die in diesen Bereichen arbeiten, würden oft von der Hand in den Mund leben und seien besonders gefährdet, im Alter in die Armut abzurutschen.<h3> 50 Ansuchen im vergangenen Jahr</h3>Trotzdem standen die Kunstschaffenden in den vergangenen Jahren nicht Schlange, um Unterstützung zu erhalten: Schätzungsweise 50 von etwa 500 haben im vergangenen Jahr die Rentenzuzahlung des Landes beantragt. „Das liegt daran, dass diese Unterstützung nicht so bekannt ist“, sagte Peter Schorn, Präsident von PERFAS (Vereinigung der Darstellenden Künstler, Musiker und Techniker in Südtirol). <BR /><BR />Auch der bürokratische Aufwand sei noch groß. Schorn hofft, dass sich das jetzt ändert. „Diese Maßnahme ist kein Allheilmittel, um der Altersarmut vorzubeugen, aber ein wichtiger Schritt.“ Weitere seien bereits im Gespräch, wie etwa eine Versicherung, die bei einem Ausfall greift.<BR /><h3> 2 Fragen an Peter Schorn</h3><b>Wie gut sind Südtirols Künstler abgesichert?</b><BR />Peter Schorn: Die Absicherung ist eine staatliche Aufgabe, die Italien aber kaum wahrnimmt. In Deutschland z.B. ist es Standard, dass freischaffende Schauspieler die Pausen zwischen den Engagements mit einer staatlichen Arbeitslosenversicherung überbrücken. Deshalb begrüßen wir es sehr, dass Region und Land diese Lücke ein wenig schließen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-68636281_quote" /><BR /><BR /><b>Im Vorjahr haben nur 50 Künstler eine Rentenzuzahlung beantragt. Warum ist die Nachfrage so gering?</b><BR />Schorn: Das hat wohl mehrere Gründe. Man muss jedes Jahr in einen Zusatzrentenfonds einzahlen und den Antrag neu stellen. Außerdem ist diese Unterstützung noch nicht so bekannt. Viele Künstler legen ihr Geld lieber für schlechtere Zeiten mit weniger Auftritten zurück. Die Entscheidung, in die Altersvorsorge zu investieren, stellt oft noch eine psychologisches Hindernis dar. Deshalb ist es wichtig, den Anreiz durch Maßnahmen wie diese zu verstärken.