Damit werden beispielsweise Bilder aus der Unterberger-Sammlung ebenso zu sehen sein wie Werke aus der Sammlung Eccel Kreuzer. <BR /><BR />Kosten dieses Kulturgüterdepots: 85,56 Millionen Euro. Die Landesregierung hat den Beschluss zur technisch-ökonomischen Machbarkeit des „Project Financing“-Vorhabens für den Bau, die technische Wartung und Ausstattung des Kulturgüterdepots genehmigt.<h3> Kunstwerke werden damit besser geschützt</h3>Eine riesige Zahl an Kunstwerken fristet bereits seit Jahren ein stiefmütterliches Dasein in den Depots der zehn Landesmuseen – „in teilweise nicht adäquaten Räumen“, sagt Kulturlandesrat Philipp Achammer. Um Kulturschätze aufzubewahren, brauche es eine angemessene Temperatur und Feuchtigkeit. Mit der Zusammenführung dieser Kunstwerke im Kulturgüterdepot in Neumarkt bewahre man die Objekte nicht nur vor Schäden, sondern man spare sich künftig auch die Mieten, die man für diese Depots ausgeben müsse. Weiters können diese Kunstwerke dort in Werkstätten auch restauriert werden, kündigt Achammer an. <h3> Werke von vielen namhaften Künstlern</h3>Landesrat Achammer und Landeshauptmann Arno Kompatscher gehen davon aus, dass der Wert der Kunstwerke, die in Neumarkt ausgestellt und gelagert werden sollen, bei mehreren hundert Millionen Euro liegt. Die Objekte stammen nicht nur aus Depots der Landesmuseen und des Museion, sondern auch aus den „Kunstbeständen des Landes“, weiters aus den Bereichen Archäologie, Film und Medien. <BR /><BR />2001 hatte das Land die Siegfried-Unterberger-Sammlung mit über 120 Bildern im Tauschwege gegen den Stegerhof erhalten – mit Werken aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert – beispielsweise von Franz von Defregger, Leo Putz, Hugo Engl usw. Diese Werke sollen in Neumarkt ebenso ausgestellt werden wie zahlreiche Werke aus der Sammlung Eccel Kreuzer. Denn das Eccel-Kreuzer-Haus in Bozen kann nur einen kleinen Teil der 1500 Werke umfassenden Sammlung beherbergen. Viele Exponate hat auch das Museion – insgesamt über 4000 Werke, die ebenfalls in Depots untergebracht sind. Nur für einen kleinen Teil davon gibt es geeignete Lagerräume, bemängelt Achammer. Weiters hat das Land Kunstbestände mit Werken von Markus Vallazza, Gotthard Bonell, Lois Anvidalfarei, Peter Fellin, Robert Bosisio usw., die ebenfalls in Neumarkt einen würdigen Lagerungs- und Ausstellungsort erhalten sollen. Das Land verfügt zudem über umfangreiche Foto- und Filmbestände. Das Waldmüller-Archiv umfasst über 150.000 Fotoglasplatten, berichtet Achammer. <BR /><BR />Südtirols Kulturschatzkammer soll in Vill (Neumarkt) auf dem Gelände Ex-Züst Ambrosetti gebaut werden. Bürgermeisterin Karin Jost spricht von einer „Riesenaufwertung“ und einem „Riesenmehrwert“ für die Gemeinde. „Damit dürfen wir uns Kulturhauptstadt des Unterlandes nennen“, freut sich Jost. Das Gelände am Dorfeingang sei derzeit eine „schlechte Visitenkarte“ für Neumarkt – künftig werde es in völlig neuem Glanz erstrahlen. Sie hoffe, dass das Kulturdepot bis 2029 fertiggestellt wird.<BR /><BR />Der Begriff „Depot“ wird dem Projekt in Neumarkt nicht gerecht, meint Achammer. Vielmehr handle es es sich um ein lebendiges Museum. Das Ex-Züst Ambrosetti-Gelände befindet sich im Besitz von Stahlbau Pichler – Promotor des Projekts. Wie Hochbau-Landesrat Christian Bianchi gestern mitteilte, wird in Neumarkt ein PPP-Projekt realisiert. Für den Bau ist eine Investition von 85,56 Millionen Euro vorgesehen. Das Land wird 41,9 Millionen Euro als Beitrag für die Realisierung bereitstellen. Zudem will das Land 17 Jahre lang jährlich eine Nutzungsgebühr von 6,7 Millionen Euro (bis 7,3 Millionen Euro) entrichten. Promotor des Projekts ist zwar Stahlbau Pichler, trotzdem muss 2026 aber eine Ausschreibung stattfinden, stellt Hochbau-Landesrat Christian Bianchi klar. Wer Wettbewerbsgewinner ist – ob Stahlbau Pichler oder ein anderer Bewerber – bleibt damit abzuwarten.