Montag, 12. April 2021

Söder: Entscheidung in Kanzlerkandidat-Frage erst in Tagen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die Entscheidung über die Frage der Kanzlerkandidat der Union auf die nächsten Tage vertagt. Er glaube, dass die Entscheidung in dieser Woche fallen könne, keinesfalls aber noch am Montag, sagte Söder am Montag in einer Pressekonferenz nach einer CSU-Präsidiumssitzung in München.

Laschet oder Söder? Die ungelöste K-Frage belastet die Union.
Laschet oder Söder? Die ungelöste K-Frage belastet die Union. - Foto: © APA/dpa / Guido Kirchner
Söder verwies auf Umfragewerte sowohl für die Union als auch für ihn selbst. Man könne sich nicht abkoppeln von der Mehrheit der Bevölkerung. „Personen spielen nun mal eine zentrale Rolle“, sagte Söder. Dass Personen die Parteien mitziehen und nicht umgekehrt habe man zuletzt bei Landtagswahlen gesehen.

Es gebe noch „viel Diskussionsbewegung“, unter anderem in der Bundestagsfraktion von CDU und CSU. Da gelte es in den nächsten Tagen „hineinzuhorchen“. Ein Ergebnis müsse nicht nur formal, sondern auch inhaltlich geschlossen sein. Er gehe davon aus, dass es noch am Montag zu einem weiteren Telefonat zwischen ihm und CDU-Chef Armin Laschet kommen werde.

Wie berichtet, stellte sich das CDU-Präsidium am Vormittag einmütig hinter eine Kanzlerkandidatur von Parteichef Armin Laschet.

Das CSU-Präsidium hingegen hat sich am Montag einstimmig für CSU-Chef Markus Söder als Kanzlerkandidat der Union ausgesprochen. Es gebe in der CSU die Überzeugung, dass Söder der am besten geeignete Kandidat der Union sei, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume im Anschluss an die Sitzung des Präsidiums. Nun solle in einer „Verhandlungsdelegation“ von CDU und CSU über den Kanzlerkandidaten beraten werden.




Söder sagte, er habe die klare Unterstützung der CDU-Führungsgremien für CDU-Chef Armin Laschet als Kanzlerkandidat mit Respekt zur Kenntnis genommen. Es müssten aber auch die Stimmen aus den Landesverbänden der CDU berücksichtigt werden, dies müsse „in den nächsten Tagen“ in Ruhe eingeordnet werden. „Zumindest gibt es da noch Diskussionsbedarf“, sagte Söder. Die Entscheidung müsse auch abgeglichen werden mit der Stimmung in der Bevölkerung.

Söder und Blume sprachen sich zugleich gegen eine von der CSU-Landtagsfraktion geforderte Befragung der Mitglieder von CDU und CSU aus. Die Zeit dafür sei zu kurz, sagte Söder.

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dpa/stol