Das lässt aufhorchen. Denn einem solchen Vorsatz muss ja eine Gewissenserforschung vorangehen, gefolgt von Reue - jedenfalls ist es bei der katholischen Beichtordnung so.<BR /><BR /><BR />Die Einsicht des Protestanten Söder in die Notwendigkeit einer Besserung lässt sich hingegen an irdischen Daten messen. Die CSU, einst bei hohen 50 Prozenten in der Wählergunst verankert, dümpelt heute so um die 35 Punkte. Irgendwo, so scheint sich Söder gedacht zu haben, muss es dafür einen Grund geben. <BR /><BR /><BR />Er ist auch ganz leicht zu entdecken, dieser Grund: Er besteht in der Willfährigkeit, mit der die Partei Moden des Zeitgeistes folgt, und der Chef nennt selbst zwei, drei Punkte: „übertriebenes Gendern“, die „Frage, was man essen soll“ und die „neuen Familienbilder, die entstehen“. <BR /><BR /><BR />Das ist sicher alles richtig, aber es besteht doch die Befürchtung, dass Parteichef Söder und mit ihm seine Granden bei der Bekämpfung solcher geistiger Übel ein wenig in Verzug geraten sind. Insgesamt aber will er die „Team-Aufstellung verfeinern“, das heißt, zunächst einmal personelle Verbesserungen im Kabinett vornehmen? <BR /><BR /><BR /><BR />Bei wem? Das ist nicht bekannt. Bekannt ist nur der nächste Termin zu Landtags-Wahlen, die stehen nämlich im kommenden Jahr an. Da stimmen jene 35 Prozent bedenklich. Einst musste der damalige CSU-Chef Waigel gehen, weil er bei einer Wahl nur 47,7 Prozent erreicht hatte. <BR /><BR /><BR /><BR />Wo der Parteivorsitzende spricht, mag derjenige der Parteijugend nicht gerne schweigen. Der Vorsitzende der Jungen Union, Doleschal, verlangt nach neuen Impulsen für die Politik in Bayern. Das ist Art und Gewohnheit der Jugend, aber kaum je hat ein Nachwuchs-Politiker mit so viel Zustimmung zu dieser Forderung auch bei den Älteren rechnen dürfen. <BR /><BR /><BR /><BR />Doleschals Hauptforderung ist so pauschal wie richtig, aber auch schwer zu erfüllen: er verlangt mehr Ideen, die auch aus der Landtagsfraktion sowie dem Kabinett kommen sollten. Er selbst freilich wartet mit der Wiederbelebung eines in Vergessenheit geratenen Gedankens auf, nämlich der Forderung, zur Finanzdisziplin zurückzukehren. <BR /><BR /><BR />Ist dieses Prinzip auch nicht neu, so ist es doch richtig, was sich bei neuen Ideen immer erst erweisen muss. Als Abgeordneter im Europa-Parlament ist Doleschal seinerseits der Notwendigkeit enthoben, Ideen hervorzubringen. Das macht in der EU ein Stab von 50.000 Beamten.<BR /><BR /> Florian Stumfall<BR />