Das Problem der Eintragung deutschsprachiger Ärzte und Pfleger in die Berufskammer hielt Südtirol jahrelang in Atem. 2019 trug Südtirols Ärztekammer einen österreichischen Chefarzt aufgrund mangelnder Italienischkenntnisse aus dem Berufsalbum aus, das Voraussetzung für die Berufsausübung in Italien ist. Dagegen legten alle deutschen Landtagsabgeordneten vor dem Verwaltungsgericht Rekurs wegen Verletzung des Rechts auf Gleichbehandlung der Sprachgruppen ein.<h3> 40 Ärzte sind in Sonderverzeichnis eingetragen</h3> Deutsch ist in Südtirol der italienischen Sprache gleichgestellt. Gelöst wurde das Problem von Julia Unterberger 2020 mit einem Sonderverzeichnis. Über dieses können sich rein deutschsprachige Ärzte in die Kammer eintragen und dann – nur in Südtirol – als Freiberufler sowie mit provisorischem Vertrag im Sanitätsbetrieb arbeiten. Inzwischen sind 40 Ärzte eingetragen.<BR /><BR />Außen vor bleiben jedoch die Zahnärzte, da sie im Gesetzesartikel nicht explizit erwähnt werden. Dies war im Landtag immer wieder Gegenstand von Anfragen und Anträgen. Deutschsprachige Zahnärzte würden sich gern in Südtirol und sogar in entlegenen Tälern niederlassen, weshalb eine Ergänzung um die Zahnärzte dringend nötig sei.<BR /><BR /><embed id="dtext86-68969346_quote" /><BR /><BR />„Dies ist nun gelungen“, berichtet Senator Meinhard Durnwalder. Die Gesundheitskommission des Senats stimmte gestern einem Sonderregister für Zahnärzte zu. „Der Antrag wird nächste Woche im Plenum abgestimmt, ist aber fix“, so Durnwalder. <BR /><BR />Erfreut zeigt sich Landesrat Hubert Messner, von dem der Antrag ausging. Sorgen vor unlauterer Konkurrenz aus dem Osten hat er nicht. „Wer in die Kammer eingetragen ist, muss sich an unsere Tarife halten.“ Im Sanitätsbetrieb fehlen 5 Zahnärzte. <h3> Regelung führt zu mehr Konkurrenz</h3>Bei den Zahnärzten hält sich die Begeisterung in Grenzen. „Wenn das Sonderregister gesetzliche Vorgabe wird, werden wir es einrichten – nötig war es nicht“, sagt der Präsident der Zahnärztekammer, Dr. Guido Singer. Das Sonderverzeichnis für Mediziner sei 2021 eingerichtet worden, weil sie gesucht werden. „Bei den Zahnärzten hat Südtirol hingegen 20 Prozent mehr als der gesamtstaatliche Schnitt“, so Singer. Allemal führt es zu mehr Konkurrenz.<BR /><BR />Mehr als das Register ärgern sich die Zahnärzte aber über Info-Veranstaltungen ausländischer Kollegen in Hotels und Vereinshäuser, die in nur der Patientenakquise für Behandlungen im Osten dienen. Da erstatte man Anzeige bei der Gesundheitspolizei. Diagnosen dürfen nur in Praxen erfolgen.