Sonntag, 16. August 2020

Sorge in Italien wegen Wiedereröffnung der Schulen

Aufgrund des Anstiegs der Corona-Infektionszahlen wächst in Italien die Sorge wegen der geplanten Wiedereröffnung der Schulen.

Experten warnen vor den Risiken für den Schulbeginn.
Experten warnen vor den Risiken für den Schulbeginn. - Foto: © APA/dpa / Gregor Fischer
Der Unterricht im ganzen Land soll nach den Sommerferien im September beginnen. Zahlreiche Fragen zum Schulstart in Südtirol hat das Deutsche Schulamt bereits geklärt.

Experten warnen vor Risiken

Nachdem die Anzahl der Neuinfektionen innerhalb eines Tages am Samstag auf 629 geklettert war, warnten Experten am Sonntag vor Risiken für den Schulbeginn. Gesundheitsminister Roberto Speranza versicherte im öffentlichen Fernsehsender TG1 jedoch: „Die Wiederöffnung der Schulen hat für die Regierung absolute Priorität.“

Die jüngsten Daten gäben Anlass zur Sorge, bestätigte der Politiker. Noch stehe Italien bei der Zahl der neuen Fälle besser da als etwa Spanien, Frankreich oder Deutschland, sagte er. „Wir dürfen die in den vergangenen Monaten mit Entbehrungen von allen Italienern erreichten Erfolge auf keinen Fall in Gefahr bringen.“


Der Schulstart sei ein heikler Punkt


Der Schulstart ist ein heikler Punkt für die Mitte-Links-Regierung in Rom. Denn viele Eltern hatten in der Hochphase der Pandemie beklagt, dass die Politik die Probleme von Familien mit Kindern nicht genug beachtet habe.

Fachleute weisen darauf hin, dass sich immer mehr junge Menschen in Italien anstecken. Insgesamt fallen inzwischen mehr als die Hälfte der Neuansteckungen mit dem SARS-CoV-2-Virus in die Altersgruppe zwischen 19 und 50 Jahren. Auf die Gesamtphase der Pandemie gerechnet liegt der Altersmedian den Angaben der Gesundheitsbehörden zufolge bei rund 60 Jahren.

Auch wegen dieser Verschiebung zu jüngeren Menschen, die das Virus in sich tragen, steigt die Sorge wegen der Schulstarts. Mehrere Regionen haben zudem große Strandpartys und Tanzlokale geschlossen oder den Zugang zu Discos stark eingeschränkt. Offiziell zählt das Mittelmeerland mehr als 253.000 Ansteckungen.


apa/dpa