Neun Millionen Verfahren sind in Italien anhängig, 5,5 Millionen davon sind Zivilprozesse, geht aus einem Bericht von Justizministerin Paola Severino hervor. Die Zahl der anhängigen Strafverfahren ist im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent auf 3,4 Millionen gestiegen, heißt es im Bericht.Sieben Jahre für ZivilverfahrenZwischen dem Beginn und dem Ende eines Zivilverfahrens vergehen durchschnittlich sieben Jahre, bei einem strafrechtlichen Prozess sind es fünf Jahre.55 Millionen Euro sind dank der Schließung mehrerer kleinerer Gerichte eingespart worden.Weitere 95 Millionen Euro sollen in den nächsten Jahren gekürzt werden. Aus Kostengründen wurde die Zahl der Telefonabhörungen um drei Prozent reduziert. Die Zahl der Häftlinge ist in Italien zwischen November 2011 und Oktober 2012 von 68.047 auf 66.888 gefallen.Alternativen zu HaftDas sei vor allem der verstärkten Anwendung alternativer Maßnahmen zur Haft zu verdanken, die im Rahmen einer von Severino entworfenen Reform durchgesetzt wurden. „Zum ersten Mal sinkt die Zahl der Sträflinge in Italien“, erklärte die Ministerin.Bis Ende 2014 sollen 11.700 neue Plätze in den Strafanstalten zur Verfügung gestellt werden. Das ist unter anderem dem Bau neuer Gefängnisse sowie der Modernisierung bereits bestehender Strafanstalten zu verdanken.Allein 2012 sei die Zahl der Plätze in den Strafanstalten um 3.178 gewachsen.apa