Montag, 27. März 2017

Soziales Südtirol: Systemstruktur auf dem Prüfstand

Den aktuellen Herausforderungen, mit denen die Einrichtungen des Sozialsystems konfrontiert sind, will Landesrätin Martha Stocker in den nächsten Monaten auf den Grund gehen.

Den aktuellen Herausforderungen, mit denen die Einrichtungen des Sozialsystems konfrontiert sind, will Landesrätin Martha Stocker in den nächsten Monaten auf den Grund gehen.
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Den aktuellen Herausforderungen, mit denen die Einrichtungen des Sozialsystems konfrontiert sind, will Landesrätin Martha Stocker in den nächsten Monaten auf den Grund gehen. - Foto: © STOL

Die Bezirksgemeinschaften beziehungsweise die zwanzig Sozialsprengel sind Anlaufstellen für die soziale Fürsorge in Südtirol. Ein genaues Bild der Anforderungen, welche die Sozialsprengel zu bewältigen haben und die Dienste, die sie leisten, will sich Soziallandesrätin Martha Stocker machen.

„Das soziale Südtirol lebt von seiner täglichen Begegnung mit den Menschen. Die verschiedensten Ansprüche, die aufgrund eines doch rasanten Wandels in der Gesellschaft an das Sozialsystem gestellt werden, steigen in den nächsten Jahren an und werden unser Land vor neue Herausforderungen stellen“, zitiert das Landespresseamt die Landesrätin am Montag.

Gerade deshalb sei es Stocker wichtig, sich mit Hilfe der Mitarbeitenden vor Ort ein aktuelles Bild der gebotenen Leistungen und möglicher neuer Handlungsfelder zu machen.

Auftakt in der Bezirksgemeinschaft Überetsch-Unterland

Der Sozialsprengel Überetsch und die Flüchtlingseinrichtung „Ex-Mercanti-Kaserne“ in Eppan, die Werkstätte für Menschen mit Behinderung im Sozialzentrum von Kurtatsch und das Seniorenwohnheim „Benjamin-Kofler-Stiftung“ in Salurn waren kürzlich Ziel des Besuchs von Ressortdirektor Michael Mayr, der sich im Auftrag von Landesrätin Stocker vor Ort ein Bild dieser Einrichtungen machte.

Im Zeichen des Mottos „Soziales Südtirol – Begegnung mit Menschen“ wurde das Gespräch mit allen Akteuren gesucht.

„Wir wollen in den nächsten Monaten Stimmungsbilder, Anliegen und Vorschläge von Bediensteten und Betroffenen sammeln und ermitteln, welche Bereiche wir mit den vorhandenen Einrichtungen und Leistungen gut abdecken und wo Veränderungsbedarf besteht. Wir werden dabei ausschließlich über persönliche Gesprächen feststellen, wo in unseren Sozialeinrichtungen der Schuh drückt“, unterstrich Landesrätin Stocker.

Produktive Tätigkeit in einem geschützten Umfeld

Insgesamt stehen in Südtirol in 24 geschützten Werkstätten 657 Plätze für Menschen mit Behinderung zur Verfügung, die fast zur Gänze belegt sind. Die Arbeitsfähigkeit der Menschen mit Behinderung wird in und durch diese Einrichtungen aufgewertet und vor allem den jeweiligen Voraussetzungen entsprechend weiterentwickelt.

In der geschützten Werkstätte im Sozialzentrum in Kurtatsch werden in verschiedenen Abteilungen klar definierte Arbeitsbereiche angeboten. Dazu gehört eine Holz- und Kreativwerkstatt, in der mit Holz und anderen Materialien Kunstobjekte und Gegenstände für den täglichen Gebrauch hergestellt werden.

Viel Wert wird auch auf den Kontakt mit dem sozialen Umfeld gelegt: die sogenannte Hausgruppe ist zuständig für die Führung des hausinternen Barbetriebes und die Naturgruppe arbeitet täglich mit den Gemeindearbeitern der umliegenden Gemeinden zusammen. „Die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung in den geschützten Werkstätten kann von dauerhafter Natur sein. Immer öfter sollte aber ein Übergang zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt gelingen, denn Arbeit bedeutet in erster Linie Menschenwürde und Lebenssinn“, betont die Landesrätin.

lpa/stol

stol