Donnerstag, 25. Juni 2015

Spagnolli: "Wenn es so enden muss, dann soll es so sein"

DIESES VIDEO belegt Luigi Spagnollis verlorene Schlacht. Obgleich er sich sicher wähnte, seine 23-Stimmen-Mehrheit würde halten, kam in der Nacht auf Donnerstag der Moment, indem dies nicht der Fall war.

Der Moment der Entscheidung: Spagnolli wirkt aufgewühlt als Pitarellis Nein-Stimme verlesen wird.
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Der Moment der Entscheidung: Spagnolli wirkt aufgewühlt als Pitarellis Nein-Stimme verlesen wird.

Im Gemeinderat hat Bozens Bürgermeister in der Nacht auf Donnerstag keine Einigung erzielt (STOL hat berichtet). Das bedeutet: Keine Stadtregierung - und wohl auch das Ende für Luigi Spagnolli an der Spitze der Landeshauptstadt. So zumindest klingen dessen erste Worte nach der Abstimmung.

"Eine kommissarische Verwaltung - gut. Ich bin froh. Denn ich bin mit meiner Erfahrung am Ende", sagte Spagnolli unverholen bitter.

Der Moment der Wahrheit

Ein Video hält die Bekanntgabe des Ergebnisses fest. Als Anna Pitarellis Name fällt - die SVP-lerin und Benko-Befürworterin hatte trotz Koalitionszusage mit Nein gestimmt, wirkt Spagnolli erst ruhig, dann verwundert. Dann dreht und wendet er sich sichtlich aufgewühlt auf dem Stuhl.

Zum Schluss verkündet der erst zuvor ernannte Gemeinderatspräsident Luis Walcher das Ergebnis: 23 Nein-Stimmen. Walcher muss in der Folge um Ruhe im Saal bitten und erklärt die Sitzung dann für beendet.

Aus nach zehn Jahren? 

"Zehn Jahre für die Stadtregierung zu wirken, war eine tolle Erfahrung. Wenn es so enden muss, dann soll es so sein", so Spagnolli unmittelbar nach der verlorenen Schlacht.

Enden so knapp zehn Jahre als Bozner Bürgermeister? Wahrscheinlich, denn eine Regierungsprogrammänderung bzw. eine Stimme aus dem oppositionellen Lager bis Donnerstag um Mitternacht aus dem Ärmel zu schütteln, scheint schwierig, nicht aber unmöglich.

stol/ker

stol