Freitag, 06. März 2020

Spahn gegen Reisebeschränkungen in der EU wegen Coronavirus

Trotz der raschen Ausbreitung des Coronavirus ist der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn gegen Reisebeschränkungen innerhalb der Europäischen Union. Nach der Einstufung Südtirols als Gefahrenzone hat Landesrat Thomas Widmann mit Spahn gesprochen.

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich gegen Reisebeschränkungen innerhalb EU ausgesprochen.
Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich gegen Reisebeschränkungen innerhalb EU ausgesprochen. - Foto: © APA/afp / JOHN MACDOUGALL
„Ich fände jede Maßnahme, die zur Einschränkung des Reiseverkehrs über die Grenze führt, angesichts dessen, was wir über das Virus Stand heute wissen, weiterhin nicht für angemessen“, sagte CDU-Politiker Spahn am Freitag vor einem EU-Sondertreffen in Brüssel.

„Und wenn wir da einen Konsens hätten heute, fände ich das ein wichtiges Signal.“

Die Gesundheitsminister der 27 EU-Staaten trafen sich bereits zum zweiten Mal innerhalb von 3 Wochen, um ihre Maßnahmen gegen die neue Krankheit Covid-19 abzustimmen.

Die Lage habe sich seither dynamisch verändert, sagte Spahn. Damals sei es darum gegangen, die in China ausgebrochene Epidemie aus der EU fernzuhalten. Das sei auch einige Zeit gelungen. Nun sei die Krankheitswelle angekommen. „Jetzt geht es gemeinsam darum, das gemeinsam einzudämmen“, sagte Spahn.

Doch ist der Umgang mit der neuen Krankheit sehr unterschiedlich.

Widmann im Gespräch mit Spahn: „Habe mir erklären lassen, warum“

Italien etwa hat alle Schulen geschlossen, was in Deutschland als überzogen abgelehnt wird. Die EU selbst hat in der Gesundheitspolitik kaum Kompetenzen, das ist Sache der Mitgliedsstaaten.

Als Felder gemeinsamen Handelns nannte Spahn die Forschung an antiviralen Medikamenten zur Behandlung der Krankheit sowie an Impfstoffen zur Prävention. Wichtig sei ihm zudem, dass man gemeinsam erkenne, in einer neuen Phase angekommen zu sein und alle Politiken entsprechend anzupassen.

Am Donnerstagabend hatte das deutsche Robert-Koch-Institut Südtirol als Risikogebiet eingestuft.

Gesundheitslandesrat Thomas Widmann hat mit Jens Spahn gesprochen und eine Erklärung für diese Einstufung verlangt.

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dpa/stol