Packend wird vor allem die Bürgermeisterwahl, bei der sich ein Vierkampf abzeichnet. <BR /><BR /><BR />Grünen-Stadtchef Georg Willi kämpft gegen die Abwahl nach nur einer Periode. Seine wohl größten Herausforderer: FPÖ-Kandidat Markus Lassenberger, ÖVP-Ex-Staatssekretär Florian Tursky und ÖVP-„Abspalter“ Johannes Anzengruber.<h3> Georg Willi: Erster grüner Bürgermeister einer Landeshauptstadt </h3>Die Gemeinderatswahl 2018 war sein großer Coup: <b>Georg Willi</b> landete mit seinen Grünen mit 24,16 Prozent auf Platz 1 und setzte sich in der Bürgermeisterstichwahl gegen seine Konkurrentin, Amtsinhaberin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck), durch und avancierte zum ersten grünen Bürgermeister einer Landeshauptstadt. <BR /><BR />Damit hauchte er nebenbei den damals darniederliegenden Grünen – sie waren zuvor aus dem Nationalrat geflogen – wieder ein bisschen Leben ein. <BR /><BR />Doch mit Amtsübernahme begannen die Probleme, ging es mitunter rasant bergab: Die von ihm gezimmerte Viererkoalition brach 2021 auseinander, Streit und Grabenkämpfe bestimmten spätestens dann im „freien Spiel der Kräfte“ das Stadtgeschehen und auch innerhalb seiner Grünen kam es zu einer Abspaltung.<h3> Setzt auf totale Polarisierung mit der FPÖ</h3>Nun kämpft das 64-jährige Politurgestein – dem von politischen Gegnern mangelnde Managementfähigkeit sowie ideologisch getriebene Politik vorgeworfen wird – um seine Wiederwahl bzw. gegen seine Abwahl unter denkbar schwierigsten Voraussetzungen. <BR /><BR />Mit im Wahlkampfgepäck: Die stete Warnung vor einer „rechten“ bzw. „schwarz-blauen“ Übernahme der Tiroler Landeshauptstadt. Willi setzt auf totale Polarisierung mit der FPÖ und damit auf die Mobilisierung seiner eigenen, auch studentisch geprägten, Wählerschaft. <BR /><BR />Wohl zupass kamen ihm dabei zuletzt freiheitliche Plakate, auf denen zu lesen stand, dass der Bürgermeister ein „Problem“ sei, das „gelöst“ werden müsse. Helle grüne Aufregung war die Folge, die mit politischer Mobilisierung garniert wurde.<h3> Hoffnung auf Aufsplittung des bürgerlichen Wählerspektrums</h3>Doch der Freiheitliche <b>Markus Lassenberger</b> ist – beflügelt durch bundespolitischen Rückenwind – nicht der einzige, der Willi das Bürgermeisteramt streitig machen will. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1008482_image" /></div> <BR /><BR />Realistische Chancen – zumindest wenn es nach kursierenden Umfragen und politischen Beobachtern geht – haben auch noch die mittlerweile politisch verfeindeten <b>Florian Tursky</b> und <b>Johannes Anzengruber.</b> Sie machen den Vierkampf um den Bürgermeistersessel – der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bei der Stichwahl am 28. April entschieden wird – komplett. <BR /><BR />Das bürgerliche „Duell“ dürfte Willis Stimmung zuletzt beträchtlich aufgeheitert haben, darf er doch auf eine Aufsplittung des bürgerlichen Wählerspektrums hoffen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1008485_image" /></div> <BR /><BR />Der 35-jährige Tursky tritt als Bürgermeisterkandidat von „das Neue Innsbruck“ an, eines bürgerlichen Bündnisses aus ÖVP, „Für Innsbruck“ und dem ÖVP-Seniorenbund. <BR /><BR />30 Jahre lang hatte die bürgerliche Spaltung in der Landeshauptstadt angedauert, mit dem Bündnis-Coup wollte man wieder gemeinsam marschieren und Willi schlagen. <BR /><BR />Doch die schwarzen Granden machten die Rechnung ohne den renitenten Anzengruber, der sich als damaliger ÖVP-Vizebürgermeister als der logische Willi-Herausforderer gesehen hatte. <BR /><BR />Nachdem der bisherige Staatssekretär Tursky auf das Schild gehoben worden war, kam es zum heftigen Zerwürfnis. Anzengruber gründete seine eigene Liste „JA – Jetzt Innsbruck“ und wurde aus der Partei ausgeschlossen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1008488_image" /></div> <BR /><BR />Der frühere Almwirt grast mit seinen Mitstreitern tief im bürgerlichen Segment, das in Innsbruck immer noch beträchtlich ist. Er ist im Stadtbild omnipräsent und gibt den Fighter wider die Parteiapparate. <BR /><h3> 700.000 Euro in Turskys Wahlkampf-„Kriegskasse“ </h3>Tursky, vor kurzem als Staatssekretär zurückgetreten, geht volles Risiko, vertraut auf die schwarzen Netzwerke in der Stadt und inszeniert sich als der neue Macher von außen mit Visionen und Fokus auf Standortpolitik, Wirtschaft und Wissenschaft. <BR /><BR />Und erklärt sich zum einzigen chancenreichen Willi-Herausforderer, da eine Stichwahl Grün gegen Blau jedenfalls Grün für sich entscheiden würde, wie er trommelt. Und Tursky hat am meisten in der Wahlkampf-„Kriegskasse“: 700.000 Euro.<BR /><BR />Interessant – und mitentscheidend für eine spätere Koalitionsbildung bzw. eine etwaige „bürgerliche Mehrheit“ – wird auch zu beobachten sein, wie viel an Prozenten und Mandaten das neue Tursky-Bündnis einheimst. Zu „verteidigen“ gibt es einiges: 2018 kamen ÖVP, FI und Seniorenbund zusammen auf 30 Prozent und 13 Mandate.<BR /><BR /><BR />