Traditionell startet der Vorwahl-Reigen im agrarisch geprägten Binnenstaat Iowa, wo sich ein Dreikampf zwischen dem gemäßigten Ex-Gouverneur Mitt Romney (64) und den erzkonservativen Bewerbern Ron Paul (76) und Rick Santorum (53) abzeichnete.Erste Ergebnisse am Abend Ab 19.00 Uhr Ortszeit (02.00 Uhr MEZ) wollten Zehntausende Republikaner in 1.700 Versammlungen („Caucuses“) ihre Stimme abgeben, erste Ergebnisse sollte es am späten Abend geben.Iowa-Wahl hat landesweite SignalwirkungSeit dem Durchbruch des demokratischen Außenseiters und späteren Präsidenten Jimmy Carter im Jahr 1976 haben die Vorwahlen in Iowa landesweite Signalwirkung.In den vergangenen vier Jahrzehnten hat fast kein Kandidat die Nominierung seiner Partei gewonnen, ohne zumindest Dritter in Iowa geworden zu sein. Dies hat zum Spruch „Three tickets out of Iowa“ („Drei Fahrkarten aus Iowa“) geführt.Somit könnte die Vorwahl in Iowa die Hoffnungen des landesweit gefährlichsten Konkurrenten für den Favoriten Romney begraben. Der frühere Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich (68), lag nämlich in den Umfragen nur auf dem vierten Platz, knapp vor dem texanischen Gouverneur Rick Perry (61).Umfrage: Romney führt knapp Einer Zusammenstellung von Umfragen des Internetportals RealClearPolitics zufolge führte Romney mit 22,8 Prozent knapp vor dem texanischen Abgeordneten Paul (21,5 Prozent) und dem Ex-Senator aus Pennsylvania, Rick Santorum (16,3 Prozent), der in den vergangenen Tagen deutlich zulegen konnte.Wegen des dezentralen Abstimmungsmodus in den Caucuses haben Umfragen nur begrenzte Aussagekraft.Noch 41 Prozent Unentschlossene Zudem sind einer Erhebung der Regionalzeitung „Des Moines Register“ noch 41 Prozent der Parteimitglieder unentschlossen, welchem Kandidaten sie ihre Stimme geben sollen.Beobachter hielten es daher nicht für ausgeschlossen, dass Santorum den Sieg schaffen könnte.Er dürfte vor allem Stimmen der durch Fehltritte ins Trudeln geratenen Galionsfigur der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung, Michele Bachmann, einsammeln.Zudem hat er im Endspurt auch die Unterstützung des einflussreichen Medienmagnaten Rupert Murdoch („Fox News“) bekommen, für den Santorum „der einzige Kandidat mit einer eigenen großen Vision“ für die USA ist.Gingrich übt sich in SchadensbegrenzungGingrich übte sich unterdessen bereits vorsorglich in Schadensbegrenzung. „Ich denke nicht, dass ich gewinnen werde“, sagte er am Montag vor Journalisten.Er gab der „Negativität“ seiner Konkurrenten, die unter anderem seine gescheiterten Ehen thematisiert hatten, die Schuld an seinen schlechten Umfragewerten in dem tendenziell konservativen Staat.Er werde aber gut genug abschneiden, um an den darauffolgenden Vorwahlen in New Hampshire und South Carolina teilnehmen zu können, betonte Gingrich, der in den landesweiten Umfragen knapp vor Romney liegt.Romney zeigt sich siegessicher Romney gab sich siegessicher. „Wir werden das gewinnen“, sagte er am Montagabend vor Anhängern in Marion.Der frühere Gouverneur des Ostküsten-Staates Massachusetts hat Experten zufolge die besten Chancen, den demokratischen Amtsinhaber Obama bei der Präsidentenwahl im November zu schlagen.Viele konservative Republikaner haben aber Vorbehalte gegen den Mormonen, der in Massachusetts eine gemäßigte Politik betrieben hat. Entsprechend versuchte er sich im Wahlkampf vor allem mit Attacken auf die Demokraten zu profilieren.„Dieser Präsident hat die amerikanische Wirtschaft enttäuscht – und das amerikanische Volk“, sagte der reiche Unternehmer am Montag vor jubelnden Anhängern in Dubuque.Sieben Republikaner machen sich HoffnungInsgesamt machen sich sieben Republikaner Hoffnung, bei dem Parteitag Ende August in Florida zum Gegenkandidaten Obamas bei der Präsidentenwahl im November ernannt zu werden.Dazu müssen sie bei den Vorwahlen in allen US-Staaten und -Territorien genügend Delegierte gewinnen.Sollte Romney in Iowa gewinnen, könnte er schon in der kommenden Woche in New Hampshire den Sack zumachen.Seit 1992 hat nämlich kein Bewerber mehr die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten geschafft, ohne zumindest in einem der beiden Auftaktstaaten den Sieg davongetragen zu haben.Für New Hampshire sagen Umfragen Romney einen Erdrutschsieg voraus: Mit über 40 Prozent hat er doppelt so viel Zuspruch wie sein schärfster Kontrahent dort, Ron Paul. apa/dpa/reuters/afp