So berichtet das renommierte Wochenmagazin „Der Spiegel“ in seiner 12. Ausgabe im heurigen Jahr, dass Investor Renè Benko über seinen Statthalter in Bozen, Heinz Peter Hager, 2018 massiv in den Südtiroler Landtagswahlkampf eingegriffen zu haben schien. Unter dem Titel „Vertrauter von Immobilienunternehmer René Benko mit fragwürdigen Parteispenden“ befasst sich „Der Spiegel“ mit dem Zusammenhang zwischen Wahlkampfspenden und Benkos geplantem Bauprojekt für das Ötzi-Museum samt Seilbahn am Virgl. Demnach strebt Benkos Signa-Holding bei ihrem Projekt – in das laut „Spiegel“ 170 Millionen Euro investiert werden sollen – eine Partnerschaft mit der öffentlichen Hand (PPP-Projekt) an und hofft auf die Unterstützung von Landeshauptmann Arno Kompatscher. <BR /><BR />Vom „Spiegel“ zur Angelegenheit befragt, wirft Paul Köllensperger (Team K) die Frage auf, ob man sich im Landtagswahlkampf 2018 „Kompatschers Gunst mit Geld an die SVP sichern wollte“. Laut einer internen Spendenliste haben laut „Der Spiegel“ mindestens 6 direkt mit Heinz Peter Hager verbundene Unternehmen jeweils 5000 Euro an die SVP gespendet. Auch Hager selbst überwies laut der Liste genau diesen Betrag an die SVP.<BR /><BR />Dem „Spiegel“ gegenüber räumt Hager ein, Wahlkampfspenden an die SVP getätigt zu haben. Dass diese im Zusammenhang mit dem Virgl-Projekt gestanden hätten, bestreitet er dem Wochenmagazin gegenüber allerdings. Benko selbst habe laut „Spiegel“ mitgeteilt, keinerlei Kenntnis von den Vorgängen gehabt zu haben. „Er und die Signa spendeten grundsätzlich nicht an politische Parteien“, heißt es im „Spiegel“.<BR /><BR />Zum Bauprojekt am Virgl sei noch nichts entschieden, sagt Landeshauptmann Arno Kompatscher, auch er vom deutschen Wochenmagazin zu den Vorgängen befragt. Kompatscher räumt ein, dass die Spenden „generell nur an die SVP“ gegangen seien und ein Teil davon, „wie allgemein üblich“ in seinen Wahlkampf geflossen sei.<BR /><BR />Was Arno Kompatscher allerdings verschweigt, ist die Tatsache, dass ihm der Koordinator des Spendensammlerkomitees, sein persönlicher Anwalt Karl Zeller, die Hälfte der Wahlkampfspenden zugeschanzt hat und dass für die allgemeine Parteiwerbung nur mehr Brosamen übriggeblieben sind. <BR /><BR />Es war in der SVP üblich, dass 15 Prozent der Wahlkampfspenden für die Partei reserviert waren. Dafür hat sich der frühere Parteisekretär und heutige Landesrat Thomas Widmann im Spendensammlerkomitee eingesetzt, wie aus einem Schreiben von Gerhard Duregger (damaliger SVP-Sekretär und jetziger Partikularsekretär Kompatschers) hervorgeht, das der Redaktion vorliegt. Im selben Schreiben teilt Duregger aber Widmann mit, dass Zeller als Koordinator des Spendensammlerkomitees einen neuen Verteilungsschlüssel festgelegt hat. <BR /><BR />Kompatschers Mann fürs Grobe, wie Karl Zeller vom Alpenmagazin bezeichnet wird, hat von den 500.000 Euro die Hälfte, also 250.000 Euro für seinen Klienten Arno Kompatscher reserviert. Die restlichen 250.000 Euro teilte Zeller auf Thomas Widmann, Daniel Alfreider und „für die Abdeckung der Kosten für den Wirtschaftswahlkampf“ auf. Und wo bleiben die 15 Prozent für die Partei? Im SVP-Brief steht schwarz auf weiß, was der SVP-Vizeobmann Karl Zeller für seine Partei übrig hat: „…und letzter Rest dann an die Partei.“