Mittwoch, 17. März 2021

Speranza: „Impfstoffe sind wahre Lösung der Corona-Krise“

Nach dem vorübergehenden Stopp von Impfungen mit dem Corona-Vakzin von AstraZeneca in Italien hat Gesundheitsminister Roberto Speranza darauf hingewiesen, wie wichtig Impfstoffe im Kampf gegen die Pandemie sind.

Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza vertraut auf die Impfstoffe im Kampf gegen Corona.
Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza vertraut auf die Impfstoffe im Kampf gegen Corona. - Foto: © ANSA / LAPRESSE/POOL/ROBERTO MONALDO /
„Die Impfstoffe sind und bleiben die wahre Lösung, um aus diesen so schwierigen Monaten herauszukommen“, sagte Speranza am Dienstag in einer vom Ministerium verbreiteten Video-Botschaft. Man habe volles Vertrauen in die Wissenschaft und die Europäische Arzneimittelbehörde EMA sowie die italienische Arzneimittel-Agentur Aifa.

Gleichzeitig stellte er eine Beschleunigung in der Corona-Impfkampagne ab Ende März in Aussicht. „Im Januar und Februar war die begrenzte Anzahl an Impfdosen das Problem, aber Ende März wird es ein sehr hohes Wachstum geben“, sagte Speranza im Interview mit der Zeitung „Corriere della Sera“ (Mittwoch). Im zweiten Quartal erwarte Italien 50 Millionen Impfdosen und gegen Ende des dritten Quartals 80 Millionen.

Zu AstraZeneca: „Keine grundlegenden Bedenken“

Speranza verwies auf eine Vereinbarung, laut der auch Zahnärzte, Kinderärzte und ambulante Ärzte Teil der Impfkampagne werden sollen. Es werde auch geprüft, inwieweit Pflegepersonal und Apotheken dazu beitragen könnten.

Angesichts des Impfstopps mit dem Corona-Vakzin von AstraZeneca versicherte Speranza, dass sich Menschen, die den Impfstoff bereits erhalten hatten, nicht sorgen müssten. Wissenschaftler hätten keine grundlegenden Bedenken. „Die Impfstoffe funktionieren“, sagte er.

Bislang kein Zusammenhang zwischen Tod und Impfung

Auch Aifa-Präsident Giorgio Palù betonte im „Corriere della Sera“, dass es bislang noch keinen wissenschaftlichen Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Tod und Impfung gebe. Dies sei auch unwahrscheinlich.

Am Donnerstag wird eine Empfehlung zur Sicherheit des Impfstoffs von der Europäischen Arzneimittelbehörde erwartet. Italien hatte wie auch unter anderem Deutschland und Frankreich die Verabreichung des Astrazeneca-Vakzins am Montag ausgesetzt.

Die Regierung Draghi denkt inzwischen an ein „rechtliches Schutzschild“ für Ärzte und Krankenpfleger im Fall von Untersuchungen im Zusammenhang mit Impfreaktionen.

Die Forderung kam von der italienischen Ärztekammer. Sie verlangt, dass Mediziner, gegen die Ermittlungen im Zusammenhang mit Impf-Reaktionen aufgenommen werden, sich vor der Zivil- und nicht vor der Strafjustiz verantworten müssen.

Gesundheitsminister Roberto Speranza erklärte: „Die Forderung nach einem rechtlichen Schutzschild ist gerechtfertigt und verständlich. Die Regierung muss eine positive Antwort auf diese Forderung geben.“

Italien prüft derzeit die Möglichkeit der Einführung einer Impfpflicht für das Gesundheitspersonal , sagte der Minister. Über die Pflicht wird diskutiert, nachdem mehrere Mitarbeiter von Krankenhäusern und Seniorenheimen die Impfung verweigert haben.

apa