Das soll im Einwanderungsgesetz des Landes festgelegt werden. „Zumindest eine der drei Landessprachen sollten Einwanderer, die hier leben und arbeiten, beherrschen. Sonst ist die Integration schwierig. Einwanderer haben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten“, betonte Luis Durnwalder am Montag die Pläne der Landesregierung. Für den Landeshauptmann ist dies ein „essentieller Punkt“ des neuen Landesgesetzes, das sonst vor allem bereits bestehende Bestimmungen zusammenfasst. Durnwalder bemängelt, dass derzeit manche Frauen, die nach Südtirol gezogen sind, Analphabetinnen seien, also überhaupt erst das Lesen lernen müssen. Anderen Frauen werde es von ihren Ehemännern verboten, Fortbildungskurse zu besuchen, die das Land anbiete. Jetzt werde das Land klären, welche Vorschriften für Einwanderer rechtlich in Ordnung sind, ob also z.B. eine Frau zu einem Sprachkurs verpflichtet werden kann.Pflegeheime und PflegesicherungEbenfalls „noch etwas in das Gesetz einbauen“ will die Landesregierung laut Durnwalder, um bei Familienzusammenführungen Missbrauch im Bereich Pflegeheime und Pflegesicherung zu verhindern.Wer als Einwanderer seine Eltern nach Südtirol holt, hat nach fünf Jahren Anrecht auf Pflegegeld und/oder auf einen Platz in einem Pflegeheim oder einem Altenheim. „Bei der vierten Pflegestufe macht das Pflegegeld pro Person und Monat 1800 Euro aus“, betonte Durnwalder. Die Landesregierung wolle hier einen Missbrauch durch einen Ansturm zugezogener Einwanderer vermeiden. Für jene Nicht-EU-Ausländer, die bereits hier leben, werden die neuen Bestimmungen aber nicht mehr gelten.10.000 Arbeitslose in SüdtirolZuwanderung soll laut Durnwalder künftig vor allem dann möglich sein, wenn in Südtirol keine geeigneten Arbeitskräfte gefunden werden.„Es gibt derzeit rund 10.000 Arbeitslose. Ihre Eingliederung in den Arbeitsmarkt hat Vorrang", so Durnwalder. Wenn man Arbeitskräfte von außen ins Land hole, müsse zuerst versucht werden, auf dem Arbeitsmarkt innerhalb der EU fündig zu werden. "Wir haben eine Reihe von mittel- und osteuropäischen EU-Staaten, die hohe Arbeitslosenraten aufweisen, und die daher Arbeitskräfte für den Südtiroler Markt stellen könnten", erklärte der Landeshauptmann, der heute auf die geringeren Probleme bei der Eingliederung von EU-Bürgern hinwies.Von der Landesregierung verabschiedet werden soll das Einwanderungsgesetz in den kommenden drei bis vier Wochen.rb