Freitag, 31. Dezember 2021

Staatspräsident Mattarella hält letzte Neujahrsansprache

Der italienische Präsident Sergio Mattarella hat am Silvesterabend die letzte Neujahresansprache seiner siebenjährigen Amtszeit gehalten, die am Freitagabend von allen TV-Kanälen live übertragen wurde. Es handelt sich um die letzte Silvesterrede des 80-jährigen Präsidenten, dessen Mandat Anfang Februar ausläuft.

Präsident Sergio Mattarella
Präsident Sergio Mattarella - Foto: © ANSA / Quirinal Press Office/ Paolo Gia
Die Entwicklungen der Pandemie, die Lage der italienischen Wirtschaft, die bevorstehende Wahl eines Nachfolgers und die Zukunft der Regierung sind einige Themen, auf die sich der seit 2015 als Präsident amtierende Mattarella in seiner Abschiedsrede konzentrierte.

„Die Verfassung überträgt dem Staatsoberhaupt die Aufgabe, die nationale Einheit zu vertreten. Diese Aufgabe – die ich mit Engagement zu erfüllen versucht habe – wurde mir durch das Bewusstsein der in einer Demokratie unerlässlichen Verbindung zwischen den Institutionen und der Gesellschaft erleichtert“, sagte das italienische Staatsoberhaupt in seiner vom Quirinal, dem Palast des Präsidenten, übertragenen Ansprache.

„Ich glaube, dass jeder Präsident der Republik, wenn er gewählt wird, 2 Grundvoraussetzungen erfüllen muss: Er muss sich von jeder vorherigen Zugehörigkeit lösen und sich ausschließlich dem allgemeinen Interesse, dem Gemeinwohl als dem Wohl aller und jedes Einzelnen widmen“, sagte Mattarella.

„Es waren 7 schwierige, komplexe und emotionale Jahre: Ich erinnere mich an die glücklichsten Momente, aber auch an die dramatischen Tage, an denen die Schwierigkeiten und das Leid zu überwiegen schienen“, sagte Mattarella in Anspielung an die Pandemie.

Die meisten Parteien haben sich noch nicht damit abgefunden, dass der Sizilianer Mattarella zu einer Mandatsverlängerung nicht bereit steht. Konsultationen sind zwischen den Parteien im Gange, um einen parteiübergreifenden Nachfolger für Mattarella zu wählen. Ob Premier Mario Draghi ein Kandidat sein wird, steht noch offen.

Die Parteien haben noch bis Mitte Jänner Zeit, um Allianzen für die Wahl des neuen Präsidenten zu schmieden. Auch parteilose Kandidaten wie Ex-Premier Giuliano Amato und die amtierende Justizministerin Marta Cartabia gelten als mögliche Anwärter für das Amt des Staatsoberhaupt. Italien hatte in seiner republikanischen Geschichte bisher weder eine Premierministerin noch eine Staatschefin.

apa

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