Der Sprecher der Standortgemeinden von Enel-Kraftwerken, Christoph Gufler, bewertet diesen Vorschlag grundsätzlich positiv: "Nach jahrlangen Verhandlungen zeichnet sich nun eine diskutable Lösung ab. Mit der angebotenen Beteiligung an den Einnahmen aus den Uferzinsen werden die Südtiroler Gemeinden an der Wertschöpfung beteiligt, welche das Land durch die mehrheitliche Übernahme der Kraftwerkkonzessionen erzielt". Die 10,6 Mio. Euro sollen zu 70 Prozent an die Standortgemeinden von Anlagen zur Stromerzeugung gehen und zu 30 Prozent an davon nicht betroffene Gemeinden."Dies ist auch richtig so, denn schließlich tragen die Bürger der Standortgemeinden seit fünfzig Jahren und auch in Zukunft alle mit der Stromerzeugung verbundenen Lasten, wie Stauseen, Kraft-und Umspannwerke, Hochdruck- und Stromleitungen usw. Außerdem wurde ihnen jede Möglichkeit genommen selber Strom zu produzieren", so Gufler, der für die über 40 Enel- Standortgemeinden auch an dem von der Landesregierung eingesetzten "Runden Tisch-Energie" sitzt.Allerdings sei es nach wie vor ein großes Anliegen der Standortgemeinden an der Produktion "ihrer" Kraftwerke beteiligt zu sein. "Die heutigen Gemeindeverwalter tragen eine große Verantwortung. Nach 50 Jahren werden nun die Karten für weitere 30 Jahre neu gemischt. Da ist es verständlich, dass sie im Interesse ihrer Bürger ein Mitspracherecht fordern müssen. Allzulange mussten sie wehrlos zuschauen wie andere aus ihrem Territorium große Gewinne schöpften", so Gufler.Eine für alle befriedigende Lösung könne darin bestehen, dass die Standortgemeinden wie alle anderen Gemeinden einen bestimmten fixen Betrag aus den Uferzinsen erhalten und darüber hinaus wegen der unbestreitbaren Belastungen zu einen festzulegenden Prozentsatz an den jeweiligen Produktionsgesellschaften beteiligt werden. "Das würde dem Land nicht mehr kosten, hätte aber den großen Vorteil, dass die betroffenen Gemeinden und ihre Bürger bei den Kraftwerken mitreden können. Das Land würde sich dadurch einen wertvollen Partner mit ins Boot holen, der dazu beiträgt, den Übergang eines großen Teiles der Stromproduktion vom Staat an das Land positiv zu kommunizieren", betont der ehemalige Bürgermeister von Lana.Die definitive Entscheidung über die Art der Beteiligung der Standort- und Nichtstandortgemeinden wird in den nächsten Wochen mit den Bürgermeistern und anschließend am "Runden Tisch" besprochen werden.