Über die Gründe des Besucherschwundes von 2025 herrscht relativ Klarheit. Ein Rätsel bleibt hingegen, warum es die Leute seit Corona deutlich weniger in die Museen zieht als vorher.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1298163_image" /></div> <BR /><BR />Das Aus für die Museumobil Card und die fehlenden Schüler aufgrund des Lehrerprotests haben 2025 zu einem zweistelligen Minus bei den Besucherzahlen in den Landesmuseen geführt: 613.829 Besucher wurden 2025 gezählt, im Jahr 2024 waren es noch 702.572 gewesen – das ist ein Minus von 12,6 Prozent. <BR /><BR />„Wirtschaftlich war es hingegen ein sehr gutes Jahr“, teilt <b>Angelika Fleckinger</b>, Leiterin des Betriebs Landesmuseen mit. Das Museion – kein Landesmuseum – liegt mit seinen 45.000 Besuchern in einer Rangliste mit den Landesmuseen unter den Top-5.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1298166_image" /></div> <BR /><BR />Der Rückgang von 2025 auf 2024 lag somit bei 88.743 Besuchern. Mit Ende 2024 war die Museumobil Card ausgelaufen; mit dieser Karte konnten Touristen kostenlos etwa 80 Museen und Ausstellungen in Südtirol besuchen. 2025 fehlten in den Landesmuseen somit viele Touristen. <b>David Gruber</b>, Direktor des Naturmuseums geht davon aus, dass in seinem Museum deshalb etwa 8000 bis 10.000 Besucher weniger gekommen sind.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1298169_image" /></div> <BR /><BR />Auch Landesrat <b>Philipp Achammer</b> führt den Besucherrückgang in den Museen zu einem gewichtigen Teil auf das Auslaufen der Museumobil Card zurück. Mit einem „neuen Produkt“ sei man aber inzwischen bereits auf einem guten Punkt angelangt. „Wir werden dem Museumsverband in Kürze eine Card vorstellen, die sich in allererster Linie an Einheimische – an Familien – richtet. Das ist eine Hauptzielgruppe für uns in den Museen. Es wird eine sehr attraktive Karte sein“, verspricht der Landesrat.<BR /><BR />Zweiter wichtiger Grund für den Besucherrückgang im Jahr 2025 waren die Protestmaßnahmen der Lehrer, berichtet Achammer. Bekanntlich wurden kaum mehr Ausflüge durchgeführt, damit fehlten die Schüler in den Museen. „Wir bauen sehr darauf, dass die Protestmaßnahmen im Herbst wieder schrittweise aufgelassen werden und in den Schulen nicht mehr greifen“, zeigt sich Achammer zuversichtlich.<h3> Früher kamen fast 900.000 Besucher in die Museen</h3>Interessant: Die Landesmuseen verzeichnen schon seit einiger Zeit einen signifikanten Aderlass. So gab es beispielsweise 2011 landesweit noch 884.000 Besucher. Bis 2019 wurde jährlich eine Steigerung verzeichnet, berichtet Angelika Fleckinger, Leiterin des Betriebs Landesmuseen. „Seit Corona haben sich dann die Zahlen nicht mehr auf die Zahlen vor Corona eingependelt – europaweit.“ Woran es liege, könne man nicht genau sagen. Dass 2025 die „kostenlosen Eintritte“ für die Touristen weggefallen sind, sei den Museen wirtschaftlich zugute gekommen. „Alle, die 2025 ins Museum gingen, waren Voll-Zahler“, erklärt Fleckinger. Durch die Museumobil Card seien einige Museen an ihre Kapazitätsgrenze gelangt – wie beispielsweise das Archäologiemuseum. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1298466_image" /></div> <BR /><BR />Fleckinger betont, dass die Museen grundsätzlich keine Institutionen sind, die gewinnbringend arbeiten müssen, sondern eine Leistung für die Gesellschaft erbringen. Die Besucherzahlen seien zwar eine Kennzahl, die die breite Öffentlichkeit interessiere. Wichtig seien aber auch die Besucherzufriedenheit, das Erlebnis in den Museen, die Forschungsarbeit, Ausstellungsleistungen usw. <BR /><BR />Landesrat Christian Bianchi hatte kritisiert, dass das Museion das Land jährlich 4,3 Millionen koste – und es kassiere nur 130.000 Euro mit 30.000 Besuchern. Dem hält Fleckinger entgegen, dass ein Museum kein Wirtschaftsbetrieb ist.<BR /><BR />Landesrat Achammer bescheinigt dem Museion eine gute Vermittlung an Schüler. Entscheidend sei nicht, „wie viel Mittel ein Museum lukriert – sondern welchen Auftrag es gesellschaftlich und kulturell hat“, so der Landesrat.