Montag, 10. August 2020

Statt Brücke von Messina: Conte denkt an Tunnel nach Sizilien

Premier Giuseppe Conte denkt an einen Untersee-Tunnel, der Sizilien mit dem italienischen Festland verbinden soll. Das Projekt soll als Alternative zu einer Brücke über die Meeresenge von Messina dienen, für die bereits mehrere Pläne entworfen worden waren, die jedoch bisher nie realisiert wurden.

Die Straße von Messina, die zwischen Sizilien und dem Festland liegt.
Die Straße von Messina, die zwischen Sizilien und dem Festland liegt. - Foto: © shutterstock
„Für die Meeresenge von Messina müssen wir an einer nachhaltige, leichte Struktur denken, die nicht umweltbelastend ist. Dabei es kann es sich auch um eine Unterwasser-Struktur handeln“, sagte Conte. Laut der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ soll als Vorbild das milliardenschwere Projekt unter der Wasserstraße Fehmarnbelt zwischen Deutschland und Dänemark dienen.

Mit dem Projekt eines Tunnels will Conte das chronische Problem mangelnder Verkehrsinfrastrukturen in Süditalien beheben.

So sollen Bahn-Hochgeschwindigkeitsstrecken in Kalabrien und Sizilien gebaut werden. Diese Infrastrukturprojekte will Italien mit den Milliarden finanzieren, die dank dem der EU finanzierten „Recovery Fund“ erhält.

Ein Plan für den Bau einer 3,3 Kilometer langen Straßen- und Bahnbrücke über die Meeresenge von Messina wurde in den vergangenen Jahren eingefroren.

Die Kosten von 8,5 Milliarden Euro wurden als zu hoch bewertet. Gegen das umstrittene Vorhaben war es in den vergangenen Jahren wiederholt zu Demonstrationen von Grünen und Linksparteien gekommen.

apa

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