Die Arbeiten an der Luegbrücke, die Sperre der Reschenbundesstraße und das Verkehrsmanagement entlang der Brennerachse waren gestern Themen bei einem Treffen zwischen Landeshauptmann Arno Kompatscher, Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider und den Interessensgruppen aus Wirtschaft und Transportwesen. Kompatscher betonte, dass Südtirol die Entwicklung der vergangenen Tage mit großer Sorge beobachte. „Die bisher vorgeschlagenen Maßnahmen reichen nicht aus. Es braucht eine gemeinsame länderübergreifende Abstimmung und Steuerung, um die Erreichbarkeit des Wirtschaftsstandortes Südtirol bestmöglich zu sichern“, unterstrich Kompatscher. <BR /><BR /><embed id="dtext86-66916929_quote" /><BR /><BR />Dank mehrmaliger Intervention vonseiten des Landes Südtirol und der Fachleute der Brennerautobahn A22 konnte erreicht werden, dass der Verkehr über die Luegbrücke an verkehrsstarken Tagen zweispurig – und nicht wie zuerst angekündigt ganzjährig einspurig - verläuft. „Der Stau vergangenes Wochenende hat gezeigt, wie wichtig dies an verkehrsreichen Tagen ist“, betonte Kompatscher. <BR /><BR />Auch bei der Sperre der Reschenbundesstraße wegen Arbeiten an der Kanzelgalerie wurden nach mehreren Gesprächen mit den Verantwortlichen der Bezirkshauptmannschaft Landeck sowie den Schweizer Behörden 2 Zeitfenster für den Schwerverkehr eingerichtet. Angesprochen wurden auch die Slot-Studie und die variable Maut als mögliche Maßnahmen. Auf die einseitigen Maßnahmen des Bundeslandes Tirol angesprochen, sprach sich Alfreider gestern gegenüber den „Dolomiten“ gegen Maßnahmen aus, die „nur lokal begrenzt gedacht und angewandt werden“. Sie hätten entsprechende Auswirkungen für die Nachbarn. <BR /><BR /><embed id="dtext86-66964493_quote" /><BR /><BR />„Wir haben immer betont, dass wir genau deshalb ein digitales Verkehrsmanagement für den gesamten Korridor zwischen München und Verona brauchen, damit Maßnahmen sinnvoll auf den ganzen Korridor zwischen Deutschland, Österreich und Italien gesetzt werden können. Was das Thema Abfahrverbote betrifft: Ich bin überzeugt, dass der Durchzugsverkehr auf der Autobahn bleiben muss. Wir wollen endlich auch in Südtirol die Möglichkeit haben, diese umzusetzen, insbesondere im Wipptal. Hierzu müssen in Rom entsprechende Gesetze geändert werden!“<h3> Mit Lkw-Dosierkalender und Abfahrverboten gegen Bleichlawine</h3>Im Bundesland Tirol wehrt man sich vehement gegen die Verkehrsbelastung durch den Transitverkehr – bei der gestrigen Sitzung hat die Landesregierung den Dosierkalender für LKW am Grenzübergang Kufstein bis März 2025 vorgestellt. Im Anschluss gab es auch in Innsbruck ein Treffen mit den Stakeholdern. Ab 1. Jänner muss bekanntlich wegen Sanierungsarbeiten der Verkehr auf der Luegbrücke einspurig geführt werden – mit Ausnahme von 170 Tagen äußerst verkehrsintensiver Reisetage, an denen der Verkehr zweispurig abgewickelt wird. <BR /><BR />Nun wurde eine Reihe weiterer Maßnahmen beschlossen: Die Abfahrverbote im Wipptal werden bis zur Fertigstellung der Asphaltierungsarbeiten auf der A13 Brennerautobahn verlängert. Für deren Kontrollen werden die Verkehrsaufsichtsorgane des Landes aufgestockt und von der Polizei entsprechend eingeschult. Das Land Tirol tritt zudem an das zuständige Verkehrsministerium heran, um während der Bauphase auf der Luegbrücke eine Ausdehnung des geltenden LKW-Fahrverbots an Samstagen zu prüfen. Zudem wird die Verkehrssituation laufend beobachtet, um bei Bedarf bereits am Grenzübergang Kufstein/Kiefersfelden Maßnahmen setzen zu können.<BR /><BR /> Bei den 3 Brückenbaustellen auf der B 182 Brennerstraße setzt das Land Tirol ebenfalls Maßnahmen: In den nächsten Tagen ist der Bauabschnitt bei der Stafflacher Sillbrücke im Gemeindegebiet von Gries am Brenner wieder zweispurig befahrbar. Bei den anderen beiden wird der Verkehr händisch durch Verkehrsposten geregelt. Für den Weihnachtsverkehr ist die B 182 Brennerstraße durchgehend zweispurig befahrbar. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1084548_image" /></div> <BR />Auf der B 182 Brennerstraße wird zudem eine Verkehrsflussregulierung Richtung Norden eingeführt. Hierfür wird auf Höhe Brennersee auf der B 182 Brennerstraße eine Dosierampel installiert. Die bereits bestehende Dosierampel in Matrei am Brenner Richtung Süden bleibt bestehen. Diese Maßnahmen laufen bereits am kommenden Wochenende an. Einsetzen will man sich zudem für ein Bundesgesetz, das Navi-Betreiber verpflichtet, temporäre Fahrverbote in ihre Systeme einzuspielen. Potenzielle Ausweichrouten würden dann für Ortsunkundige buchstäblich von der Landkarte verschwinden, so Mobilitätslandesrat René Zumtobel.