Wie berichtet, weisen die Schützen in einer Initiative seit Beginn der olympischen Spiele mit Plakaten und Fahnen sowie dem Schriftzug „TIROL“ auf die „Geschichte und Identität Südtirols“ hin <b> <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/suedtiroler-schuetzenbund-weist-aussagen-von-marco-galateo-entschieden-zurueck" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Hier lesen Sie mehr dazu).</a></b><BR /><BR />Dies stoßt nicht überall auf Begeisterung: Der stellvertretende Landeshauptmann Marco Galateo, zugleich Landesvorsitzender der Fratelli d’Italia, bezeichnete die Initiativen als „unverantwortliche Provokationen“. In einer Stellungnahme warnt vor einer „Eskalation politischer und symbolischer Botschaften“, die nichts zur Aufwertung des Landes beitrügen und stattdessen das friedliche Zusammenleben der Sprachgruppen gefährden könnten.<h3> „Diese ,Ecke' sollte ganz schnell, ganz still werden, bevor es noch peinlicher wird“</h3>In einer Presseaussendung bezieht wiederum der Südtiroler Schützenbund Stellung auf die Aussagen Galateos: „Wir sprechen von einem Land, das seit nahezu einem Jahrtausend Tirol heißt“, betont Landeskommandant Christoph Schmid.<h3> Stauder: „100 Prozent Solidarität mit dem Schützenbund“</h3>Nun hat sich auch SVP-Landessekretär Harald Stauder in die Diskussion eingeschaltet: „Die jüngste Aktion des Südtiroler Schützenbundes hat anscheinend bei gewissen einen Nerv getroffen“, betont er in einer Stellungnahme. Stauder drückt dem Schützenbund seine 100-prozentige Solidarität aus: „Tirol steht da – zurecht.“<h3> „Es waren Faschisten, die im Jahr 1923 in Südtirol das Wort Tirol verboten haben“</h3>„Olympia ist ein einmaliges Sporterlebnis und darüber hinaus eine einmalige Gelegenheit sich als Land Südtirol zu präsentieren. Das Wort Tirol, das an sich historisch gewachsen ist über Jahrhunderte, ein Land und eine kulturelle Prägung miteinschließt, ebenso lange benützt wurde und wird im tagtäglichen Gebrauch, hat ganz klar jede Berechtigung, abgebildet zu werden“, so Stauder. <h3> „Wir brauchen noch sehr viel historische Aufklärungsarbeit“</h3>Für das nationalistische Aufkochen hat der SVP-Landessekretär kein Verständnis: „Es waren Faschisten, die im Jahr 1923 in Südtirol das Wort Tirol verboten haben und es waren Faschisten, namentlich Ettore Tolomei, der einen künstlichen Namenskatalog für Flur und Ortsnamen in Südtirol ersann und einführte. Namen, die zum Großteil weder historisch belegbar sind noch in irgendwelcher Form im Sprachgebrauch der Südtirolerinnen und Südtiroler vorkamen und -kommen, so Stauder. „Diese ,Ecke' sollte ganz schnell, ganz still werden, bevor es noch peinlicher wird.“<BR /><BR />Das einzig Positive, das Stauder erkennen kann: „Auch wenn ich diese nationalistischen Reaktionen und Äußerungen komplett und vollumfänglich ablehne, hat es ein Gutes: Wir erhalten so die Gelegenheit diesen Schreiern erneut eine Stunde in Geschichtsunterricht zu erteilen – augenscheinlich ist nämlich: Wir brauchen noch sehr viel historische Aufklärungsarbeit.“