Dienstag, 26. Mai 2020

Steuerzahler muss Corona-Tests für Urlauber nicht zahlen

Landeshauptmann Arno Kompatscher hat bei der virtuellen Medienkonferenz am Dienstagnachmittag auch zu den Regelungen im Tourismus Stellung genommen. Ein Punkt: Die (Gratis)-Coronatests für Südtirol-Urlauber.

(v.l.) Monika Nardo und Arno Kompatscher zu Beginn der virtuellen Medienkonferenz.
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(v.l.) Monika Nardo und Arno Kompatscher zu Beginn der virtuellen Medienkonferenz. - Foto: © youtube / screenshot
Mit dem 3. Juni beginnt in Südtirol die Tourismussaison in Coronazeiten, Italien öffnet seine Grenzen für Urlauber. „Wir bereiten uns vor, dass Urlauber nach Südtirol kommen. Da müssen wir sicherstellen, dass es nicht zu neuen Infektionen kommt“, so Kompatscher. Mitarbeiter in Tourismusbetrieben, inklusive den Familienmitgliedern der Betreiber, sollen vorab getestet werden, kündigte der Landeshauptmann an. „Auch wollen wir die Betriebe in die Lage versetzen, dass sie Gäste auf Covid-19 testen können. Natürlich nicht zu Lasten der Steuerzahler“, versicherte Kompatscher. Das Land, so der Landeshauptmann, könnte z.B. bei der Organisation der Schnelltests behilflich sein.

Fragen zum Thema Urlaub und Reisen

Monika Nardo, die Leiterin des EVZ in Bozen, erklärte anschließend die verschiedenen Szenarien zum Thema Urlaub. Das Hotel am Meer ist gebucht, jedoch Urlaub oder Geld ist bereits wegen Corona aufgebraucht. „In diesem Fall ist es ein freiwilliger Rücktritt von der Buchung, dafür sind Stornogebühren fällig. Diese Stornogebühren steigen, je näher der gebuchte Urlaubsbeginn rückt“, so Nardo. Sollte der Urlaub nicht angetreten werden können, weil z.B. der Campingplatz in Apulien wegen Corona im Juli behördlich geschlossen ist, „dann wird der bereits bezahlte Betrag zurückerstattet, bzw. durch einen Gutschein (12 Monate gültig) ersetzt. Der Dienstleister darf entscheiden, nicht der Reisende“. Ähnliches gilt, wenn der Dienstleister (z.B. Fluglinie) die Reise abgesagt hat. „Auch da gibt es vom Cura-Italia-Dekret Rückerstattung oder Gutscheine, wobei die Gutscheinregelung in der EU sehr kontrovers diskutiert wird. Die EU-Kommission verlangt eine Klarstellung der Mitgliedsstaaten bis 28. Mai“. Allgemein ist im Bereich Urlaub und Reisen noch sehr viel ungewiss, so Nardo.

Hilft Reiserücktrittsversicherung?

„Normalerweise raten wir Verbraucherschützer zum Kauf einer Reiserücktrittsversicherung. Doch in diesem Fall hilft eine Versicherung kaum, da „Coronavirus“ oder Epidemien nur von den wenigsten Polizzen gedeckt sind“, erklärt Nardo.

Gratis-Stornierung weil einem die strengen Coronaregeln am Urlaubsort nicht passen?

Aus diesem Grund kostenlos von der gebuchten Reise zurücktreten ist rechtlich nur schwer vorstellbar. Auch gegenüber den Hoteliers nicht fair, die ja nichts für die Sicherheitsregeln können, so die Leiterin vom EVZ Bozen, Monika Nardo.

zor

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