PD-Chef Pierluigi Bersani, der beim ersten Wahlgang auf 44 Prozent der Stimmen gekommen war, geht gegen den jungen Bürgermeister von Florenz, Matteo Renzi, ins Rennen, der am Sonntag auf 35 Prozent der Stimmen gekommen war. Der PD ist die zweitstärkste Kraft im italienischen Parlament.Um sich bei der Stichwahl durchzusetzen, buhlt Bersani um die Stimmen der Wähler, die beim ersten Wahlgang für den drittstärksten Kandidaten, den Präsidenten der Region Apulien, Niki Vendola, gestimmt hatten. Dieser hatte 15 Prozent der Stimmen erobert.Drei Millionen Wähler sind aufgerufen ihre Stimme abzugeben Über drei Millionen Wähler könnten wie beim ersten Wahlgang an der Stichwahl teilnehmen. Daran dürfen sich alle volljährigen Italiener sowie EU-Bürger und Ausländer mit Aufenthaltsgenehmigung beteiligen.9.000 „Wahllokale“ wurden auf dem gesamten nationalen Gebiet eingerichtet. 80.000 freiwillige PD-Anhänger sollen für einen reibungslosen Verlauf der Stichahlen sorgen. Gewählt wird am Sonntag von 8 bis 20 Uhr.Fraglich ist, ob die Beteiligung auch bei den Stichwahlen ebenso hoch bleiben wird. Bersani appellierte an die Wähler, zum Urnengang zu gehen.„Die Stichwahlen sind wichtig, weil wir die Grundlagen für die Parlamentswahlen aufbauen. Danach wird der Wahlkampf für die Parlamentswahlen beginnen“, erklärte Bersani.Bersani gilt als aussichtsreicher Kandidat Der 61-jährige PD-Vorsitzende gilt als aussichtsreichster Kandidat im Rennen um die Premierkandidatur.Als Parteichef wäre er der natürliche Spitzenkandidat der Mitte-links-Allianz, doch der seit 2009 amtierende PD-Vorsitzende hatte sich für Vorwahlen ausgesprochen, um den Wählern die Möglichkeit zu geben, selbst den Premierkandidaten zu bestimmen.Laut Umfragen geht Bersani als Favorit ins Rennen um die Premierkandidatur. Viele kritisieren jedoch seinen Mangel an Charisma. Sein Sieg bei der Stichwahlen würde seine Führungsposition innerhalb der Partei konsolidieren.Renzi will „tiefgreifende Erneuerung“ Herausforderer Renzi gibt sich nicht geschlagen. Bei einem TV-Duell mit Bersani, das am Mittwochabend von RAI 1 ausgestrahlt wurde, plädierte der 37-Jährige für eine tiefgreifende Erneuerung der Partei und für eine liberale Wirtschaftspolitik.Renzi gilt als Hoffnungsträger einer jungen Generation von Mitte-links-Politikern. Er beansprucht nicht nur den Spitzenposten in seiner Partei, er will einen Generationenwechsel in der italienischen Politik in die Wege leiten.stol/apa