<BR />„Ein mehr als akzeptabler Kompromiss, denn so bleiben wichtige Punkte wie nur mehr ein Zeugnis im Jahr oder Zugang zur Uni für Handwerksmeister aufrecht“, so Landesrat Achammer. Und zu den Strafen werde nachverhandelt. <a href="https://www.stol.it/artikel/politik/geldstrafen-fuer-eltern-wieder-vom-tisch-suedtirol-aendert-bildungsgesetz" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(STOL hat berichtet)</a><BR /><BR />Immer mehr Kinder mit mangelhaften Sprachkenntnissen fluten die deutsche Schule. Ein zentraler Punkt, den die SVP im Bildungsgesetz verankert wissen wollte, war deshalb die Pflicht für Eltern, am Bildungsweg ihres Kindes mitzuwirken – etwa über Beratungsgespräche und deren Auflagen oder Elternabende. Sehr umstritten war im Landtag der Antrag von Harald Stauder, Strafen von 50 bis 150 Euro für jene einzuführen, die gegen die Mitwirkungspflicht verstoßen. <BR /><BR />Der italienische Bildungslandesrat Marco Galateo stimmte nicht mit. Bildung fuße auf Vertrauen und nicht auf Strafen, kritisierte die Opposition. Staatsweit gab es ein Rauschen im Blätterwald: In Südtirol bitte man Eltern zur Kasse, wenn sie nicht zum Elternabend erscheinen.<BR /><BR />„Das ist natürlich ein Blödsinn. Ich habe immer gesagt, dass Strafen die ultima Ratio sind“, so Landesrat Achammer. In Rom sah man es aber nicht so und das Land muss zurückrudern. Nur so konnte verhindert werden, dass der Ministerrat gestern das Bildungsgesetz vor dem Verfassungsgericht anficht.<h3> Gegenvorschlag aus Rom</h3>„Minister Valditara geht es um die Verhältnismäßigkeit. Es muss klarer formuliert werden, dass es sich um wiederholte schwere Verstöße handeln muss“, so Achammer. Valditara habe anstelle der Strafen eine Meldung ans Jugendgericht vorgeschlagen. „Das aber ist die ultimissima Ratio“, so Achammer. <BR /><BR />Kurzum: Bei erster Gelegenheit, wohl im Oktober, werden die Strafen aus dem Gesetz gestrichen. Während Galateo jubelt, ist für Achammer noch offen, ob endgültig oder nicht. Er habe den Auftrag seiner Partei. „Eine Auflage ohne Sanktion ist ein zahnloser Tiger.“ Es werde weitere Gespräche mit Rom geben.<BR /><BR />Allemal spricht Achammer von einem „mehr als akzeptablen Kompromiss“. Er habe mit Problemen mit ganz anderen Punkten im Bildungsgesetz gerechnet, bei denen die Grenzen der Autonomie „komplett ausgereizt“ wurden. Indem Rom das Bildungsgesetz durchgewunken hat, bleibt aufrecht, dass Handwerksmeister auch ohne Matura Zugang zu bereichsnahen Studiengängen an der Universität Bozen erhalten – zum Beispiel ein Tischler zur Fakultät für Design. „Das gäbe es sonst in ganz Italien nicht.“<BR /><BR />In Kraft tritt nun auch die Möglichkeit für Schulen, nur mehr einen Bewertungsabschnitt pro Jahr einzuführen. Damit gibt es an diesen Schulen dann auch nur mehr ein Zeugnis im Jahr. Laut Achammer sei dies vor allem in der Oberstufe sinnvoll und nehme viel Druck von Schülern und Lehrkräften.