Dass Südtirol ein Abschiebezentrum erhalten soll, war immer wieder Thema, besonders vor der Landtagswahl. Danach wurde es allerdings recht ruhig. Jetzt allerdings bestätigt der Landeshauptmann, dass in Rom erneut „Bewegung aufgekommen“ sei. Vor Kurzem habe man sich mit Justizministerium und Innenministerium auf den Standort in der Nähe des Bozner Flugplatzes geeinigt – und zwar auf dem Areal, auf dem auch ein neues Gefängnis entstehen soll.<h3> „Menschenwürdig, aber doch sicher“</h3>„Der Vorschlag dazu ging von uns aus“, so Arno Kompatscher. Das ursprünglich für 200 Insassen ausgelegte neue Gefängnis ist Rom bekanntlich zu groß und soll redimensioniert werden. Damit bleibt auf demselben Gelände eine Fläche frei, die für das Abschiebezentrum verwendet werden könne. Beide Einrichtungen benötigen gesundheitliche Versorgung, psychologischen Dienst und Überwachung. „Was liegt da näher, als sie am selben Ort zu errichten: menschenwürdig, aber doch sicher“, so Kompatscher. Dieser Vorschlag sei vom Staat positiv aufgenommen worden. Das Abschiebezentrum werde auf 20 bis 25 Personen ausgerichtet. „Nun warten wir darauf, dass Rom auch Nägel mit Köpfen macht“, meint Kompatscher.<h3> Bauzeit noch mindestens zwei bis drei Jahre</h3>Bleibt die Frage, ob beide Strukturen zeitgleich öffnen sollen – denn dann dauert es Jahre. Allein die Bauzeit des Gefängnisses dürfte zwei bis drei Jahre umfassen. Denkbar ist allerdings, dass die Verwirklichung des Abschiebezentrums vorgezogen wird. Im Zentrum sollen straffällig gewordene Migranten bis zu ihrer Ausweisung untergebracht werden. In erster Linie ist es für Straftäter vorgesehen, die eine Gefahr darstellen.