Mit 20 Nein- und 3 Ja-Stimmen hat der Gemeinderat abgelehnt, mehr Brixner Straßen und Plätze nach Frauen zu benennen. Auch Frauen stimmten gegen den Beschluss. Warum, lesen Sie hier.<BR /><BR />Die Grüne Bürgerliste hatte einen 9-seitigen Beschlussantrag vorgelegt, in dem sie forderte, Frauen künftig bei der Benennung von Straßen zu berücksichtigen. Markus Frei und Verena Stenico legten eine Liste von 11 Frauen vor, die sie als Namensgeberin vorschlugen. <h3> 11 Frauen vorgeschlagen</h3>Dies sind: <BR /><BR />Ada Giacomin Scaggiante (1922 – 2012), erste Gemeinderätin von Brixen<BR /><BR />Elsa Giacomelli Habicher (1924 – 1991). Mitbegründerin und langjährige Vorsitzende der ersten Südtiroler Ehe und Familienberatungsstelle<BR /><BR />Therese Steger Mayr (1824 – 1907), Wirtin des „Elephant“ und Fremdenverkehrspionierin<BR /><BR />Nella Lilli Mascagni (1921 – 2009), Partisanin und Mitglied des Widerstandes im Lager von Bozen<BR /><BR />Ada Buffulini (1912 – 1991) Partisanin und Mitglied des lagerinternen Widerstandes<BR /><BR />Angela Nikoletti (1905 – 1930) Katakombenlehrerin<BR /><BR />Anita Pichler (1948 – 1997) Schriftstellerin<BR /><BR />Elisabetta Boscheri (1913 – 2006), Ordensschwester der Englischen Fräulein und Streetworkerin in Brixen<BR /><BR />Andreina Ardizzone Emeri (1936 – 1985), führende Persönlichkeit der „Neuen Frauenbewegung“ in Südtirol<BR /><BR />Kathi Trojer (1930 – 2015), Gemeindepolitikerin<BR /><BR />Elsa (Elisabetta) Conci (1895 – 1965) Politikerin und Fürsprecherin der „Südtirol Frage“<BR /><BR />Grundsätzlich waren sich die Vertreter aller Parteien einig, dass in Brixen mehr Straßen nach weiblichen Persönlichkeiten benannt werden sollten.<BR /><BR />„Frauen sind bei der Benennung von Ortsbezeichnungen zu wenig vertreten und neue Wege sind nötig. Allerdings gilt es dabei zwei Dinge zu beachten“, sagte SVP-Fraktionssprecherin Sara Dejacum und zählte als 2 Gründe auf, dass für die Benennung von Straßen, Orten, Plätzen der „Genius Loci“ zähle wie ureigene Aura, örtliche Besonderheiten, gewachsene Traditionen und von Menschen gelebte Geschichte. Seit 2019 arbeite das Meldeamt mit ortskundigen und historisch interessierten Personen sowie der Bevölkerung am Großprojekt der Straßenbenennungen in allen 19 Fraktionen, führte Dejacum aus.<BR /><BR /> Die neuen Vorschläge berücksichtigen laut Fraktionssprecherin lokale Gegebenheiten wie Flurnamen und für die Orte bedeutende Heilige. Zudem müsse der administrative Iter bei Straßenbenennungen eingehalten und eine demokratische Vorgehensweise garantiert werden.<h3> Straßenbenennung stehen nicht an</h3> „Sobald Straßenbenennungen anstehen, sollte alle die Gelegenheit haben, Vorschläge einzureichen“, fand sie. Die SVP fand war laut Dejacum, dass derzeit der falsche Zeitpunkt sei, um über Straßennamen zu entscheiden, da keine Neubenennungen anstehen. „Wir bitten die GBL, passende Vorschläge zu Frauennamen dann einzureichen, wenn ein konkreter Anlass besteht und wenn alle Fraktionen die Gelegenheit haben, Vorschläge einzureichen“, schloss die Fraktionssprecherin.<BR /><BR />Sabine Mahlknecht (Team K) unterstützte den Beschlussantrag, auch wenn sie fand, nach Kathi Trojer keine Straße zu benennen, da die Stadtbibliothek bereits deren Namen trage. <BR /><BR />Renate Prader (PD) wünschte sich einen demokratischen Prozess im Gemeinderat, bei dem die Straßennamen beschlossen werden. Die Mehrheit lehnte den Antrag ab.