Sonntag, 21. Februar 2021

Streit in Frankreich über Fleischverzicht in Schulkantinen

In Frankreich ist ein Streit über fleischfreies Essen in Schulkantinen entbrannt.

Auslöser sind Pläne in Lyon ab Montag in den Schulkantinen nur noch ein Menü auszugeben, und zwar ohne Fleisch.
Auslöser sind Pläne in Lyon ab Montag in den Schulkantinen nur noch ein Menü auszugeben, und zwar ohne Fleisch. - Foto: © shutterstock
Landwirtschaftsminister Julien Denormandie forderte am Sonntag in den sozialen Netzwerken: „Lasst uns aufhören, unseren Kindern Ideologie auf den Teller zu legen!“ Man solle ihnen geben, was sie zum Wachsen brauchen. Dazu gehöre auch Fleisch. Auslöser sind Pläne in Lyon ab Montag in den Schulkantinen nur noch ein Menü auszugeben, und zwar ohne Fleisch. Damit wolle man wegen Corona den Ablauf beschleunigen.

Die städtische Beigeordnete für Bildung, Stephanie Leger, sagte, das Menü sei nicht vegetarisch - es enthalte etwa Fisch und Eier - und sei das einzige, das kein Kind ausschließe. Leger betonte zudem, die Maßnahme sei vorübergehend. Es habe sie bereits von Mai bis Juli in der Stadt gegeben. Nach Willen von Landwirtschaftsminister Denormandie soll sich nun der Präfekt der Region mit dem Fall befassen.

Heftige Kritik an dem Vorhaben kam auch von Frankreichs Innenminister Gerald Darmanin. Im Internet sprach er von einer skandalösen Ideologie: Die moralistische und elitäre Politik der Grünen schließe das einfache Volk aus und sei eine inakzeptable Beleidigung für Frankreichs Landwirte und Fleischer. Lyons Bürgermeister, Gregory Doucet, reagierte prompt und versicherte, die Maßnahme, nur ein Menü anzubieten, sei aus Hygienegründen getroffen worden.

apa