Samstag, 21. September 2019

Streit in Labour-Partei über Brexit spitzt sich zu

Die Auseinandersetzung in der britischen Oppositionspartei Labour über den Brexit gewinnt an Schärfe. Am Samstag scheiterte in Brighton bei der Labour-Jahreskonferenz der Versuch des linken Parteiflügels, den Posten des stellvertretenden Parteivorsitzenden abzuschaffen. Parteivize ist derzeit Tom Watson.

Jeremy Corbyn will neutral bleiben Foto: APA (AFP)
Jeremy Corbyn will neutral bleiben Foto: APA (AFP)

Watson fordert im Gegensatz zu Parteichef Jeremy Corbyn ein neues Referendum über den Austritt Großbritanniens aus der EU vor Neuwahlen. Corbyn strebt eine Volksbefragung erst nach Wahlen an. Eine Labour-Regierung würde ein neues Abkommen schließen, einschließlich einer neuen Zollunion mit der EU, einer engen Beziehung zum Binnenmarkt und Garantien für Arbeitnehmerrechte und Umweltschutz, versprach Corbyn. Das Ganze werde dann in einem neuen Referendum dem Volk vorgelegt, wobei die Alternative ein Verbleib in der EU wäre, so Corbyn.

Anhänger von Corbyn werfen Watson Illoyalität vor. Kritisiert werden auch Vorwürfe Watsons, Corbyn unternehme zu wenige gegen antisemitische Tendenzen in der Partei.

Watson hielt seinen innerparteilichen Gegnern in einem BBC-Interview vor, so wütend über seine Brexit-Position zu sein, dass sie ihn lieber absetzen wollten statt mit ihm darüber zu diskutieren. Auch Corbyn sprach sich gegen den Antrag des linken Parteiflügels zur Abschaffung des Partei-Vizes aus, plädierte aber für eine Überprüfung der Posten des Stellvertreters und anderer Ämter, die den Parteichef unterstützen sollen.

apa/dpa

stol