Dienstag, 22. Januar 2019

Streit Italien-Frankreich: Conte schüttet Wasser ins Feuer

Nachdem Italiens Vize-Regierungschef Matteo Salvini den französischen Präsidenten Emmanuel Macron erneut mit scharfen Worten angegriffen hat, schüttet der italienische Premier Giuseppe Conte Wasser ins Feuer.

Ministerpräsident Giuseppe Conte (r.) muss den Streit, den Luigi Di Maio (l.) mit Frankreich vom Zaun gebrochen hat, wieder richten.
Ministerpräsident Giuseppe Conte (r.) muss den Streit, den Luigi Di Maio (l.) mit Frankreich vom Zaun gebrochen hat, wieder richten. - Foto: © APA/AFP

Die „historische Freundschaft mit Frankreich und dem französischen Volk“ sei nicht auf dem Spiel, versicherte Conte laut Medienangaben von Dienstag.

Abgesehen von jeglicher politischer Diskussion sei die Beziehung zu Frankreich „stark und solide“. „Wir werden weiterhin mit den französischen Institutionen und der Regierung in Paris zusammenarbeiten, um gemeinsame politische Lösungen zu finden“, sagte Conte.

Auch der italienische Außenminister Enzo Moavero Milanesi bemühte sich um mildere Töne im Umgang mit Frankreich. Der italienische Minister, der in Brüssel seinen französischen Amtskollegen Jean-Yves Le Drian traf, versicherte, dass Italien und Frankreich „Freunde und Verbündete“ seien. Das Gespräch mit Le Drian bezeichnete Moavero Milanesi als „offen und loyal“.

Auch Vizepremier und Fünf Sterne-Chef Luigi Di Maio schlug mildere Töne an. „Man versucht, eine offene Debatte als Angriff Italiens gegen das französische Volk darzustellen. Das stimmt nicht“, so Di Maio.

Salvini hatte am Dienstag betont, er hoffe, dass sich die Franzosen „von einem sehr schlechten Präsidenten werden befreien können“ (STOL hat berichtet). 

Die italienische Regierung liegt bereits seit längerem mit Frankreich im Clinch – unter anderem wegen ihrer restriktiven Einwanderungspolitik. Italiens Botschafterin in Frankreich, Teresa Castaldo, wurde deshalb vom französischen Außenministerium zu einem Gespräch eingeladen.

Im Mittelpunkt des Treffens stehen die jüngsten Aussagen Di Maios. Dieser hatte am Sonntag die EU zur Verhängung von Sanktionen gegen Frankreich und andere Länder aufgerufen, die Afrika seiner Ansicht nach „verarmen“. Diese Länder seien für das Drama der Migration im Mittelmeer verantwortlich, so Di Maio.

apa

stol