Mittwoch, 15. September 2021

Stromrechnungen bald um 40 Prozent höher?

Die Regierung Draghi will die Kriterien, nach denen Stromrechnungen kalkuliert werden, überarbeiten, um die Preise in einer Zeit hoher Energiekosten zu drücken.

Stromrechnungen in Italien könnten schon bald teurer werden.
Stromrechnungen in Italien könnten schon bald teurer werden. - Foto: © Shutterstock / shutterstock
Die in Erwägung gezogene Reform würde eine Senkung der sogenannten Systemkosten in den Verbraucherrechnungen beinhalten, verlautete aus Regierungskreisen in Rom.

Sollte es zu keiner Änderung kommen, werden die Stromrechnungen ab dem 1. Oktober um 40 Prozent höher. Davor warnte der Minister für den ökologischen Übergang, Roberto Cingolani. Im letzten Quartal sei die Stromrechnung für die Italiener bereits um 20 Prozent gestiegen, im nächsten Quartal soll es zu einem Zuwachs von 40 Prozent kommen.

Dies würde nach Angaben der Verbraucherorganisation Assoutenti für die italienischen Familien zu Mehrkosten von 1300 Euro pro Jahr führen. „Das muss gesagt werden; wir haben die Pflicht, uns damit zu befassen. Der Gaspreis steigt auf internationaler Ebene, genau wie der Preis für das produzierte CO2 “, so der Minister.



Salvini für Rückkehr zur Atomenergie

Lega-Chef Matteo Salvini hat sich für Italiens Rückkehr zur Atomenergie ausgesprochen. „Italien ist das einzige Land der G8 ohne Atomkraft. Dabei sind wir von Ländern umgeben, die Kernenergie produzieren und an uns verkaufen. Es ist unsere Pflicht, die Rückkehr zur modernen, sicheren, sauberen und umweltfreundlichen Kernenergie der neuesten Generation zu prüfen“, sagte Salvini.

„Ein großes italienisches Energieunternehmen baut 4 Kernkraftwerke in Slowenien. Wir können nicht Atomenergie aus Frankreich, Österreich, der Schweiz und Slowenien importieren und dann feststellen, dass die Rechnung doppelt so hoch ist“, so Salvini. „Ohne eine Rückkehr zur Atomenergie bleiben wir die Letzten, sonst zahlen unsere Familien und Unternehmen mehr als alle anderen. Ich hoffe, dass es kein Nein aus ideologischen Gründen gibt“, meinte der Lega-Chef.


Minister Cingolani hatte vergangene Woche mit der Behauptung für Aufsehen gesorgt, wonach Italien Technologien der vierten Generation im Bereich Kernenergie in Betracht ziehen sollte. „Im Atombereich gibt es Technologien der vierten Generation, es gibt Länder, die in diese Technologie investieren. Sollte sich zu einem bestimmten Zeitpunkt herausstellen, dass die Sicherheit dieser Technologie hoch und die Kosten niedrig sind, wäre es töricht, sie nicht in Betracht zu ziehen. Im Interesse unserer Kinder ist es verboten, jede Art von Technologie zu ideologisieren. Halten wir uns an die Zahlen. Sobald diese vorliegen, werden wir Entscheidungen treffen“, sagte der Minister.

apa

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