Donnerstag, 14. März 2019

Stromversorgung in Venezuela wiederhergestellt

Nach einem fast einwöchigen Stromausfall ist die Energieversorgung in Venezuela nach Angaben der Regierung vollständig wiederhergestellt.

Die Krise in Venezuela hält nach dem Stromausfall an. - Foto: APA (Archiv/AFP)
Die Krise in Venezuela hält nach dem Stromausfall an. - Foto: APA (Archiv/AFP)

Es gebe nur noch einige Probleme in den Orten Baruta und Hatillo nahe der Hauptstadt Caracas wegen des Brands in einem Umspannwerk, sagte Informationsminister Jorge Rodriguez am Mittwoch. Die Versorgung mit Fließwasser sei zu 80 Prozent wieder sichergestellt.

Seit Donnerstag vergangener Woche hatte ein massiver Stromausfall weite Teile des südamerikanischen Landes lahmgelegt. Die Regierungsgegner sehen die Ursache des Blackouts in Missmanagement und mangelnder Wartung der Anlagen in dem kriselnden Ölstaat. Staatschef Nicolas Maduro hingegen machte einen von den USA und der Opposition geplanten Cyberangriff für den Kollaps der Energieversorgung verantwortlich.

„Sie haben versucht, mit einem brutalen Verbrechen das venezolanische Vaterland zu zerstören“, sagte Informationsminister Rodriguez. „Mit der Störung der Energieversorgung wollten sie einen echten Völkermord herbeiführen.” Die Generalstaatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen Sabotage gegen den Oppositionsführer und selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaido ein.

Nach einer mehrtägigen Zwangspause sollten die Menschen am Donnerstag wieder ihrer Arbeit nachgehen, sagte Rodriguez. Schulen und Universitäten hingegen sollen sicherheitshalber erst am Freitag wieder öffnen.

Der Stromausfall hatte das ohnehin schon krisengebeutelte Land schwer getroffen. Die knapp bemessenen Lebensmittel verfaulten, Menschen mussten Wasser aus Flüssen schöpfen, in den Krankenhäusern starben Menschen. Der öffentliche Nahverkehr brach zusammen, an den Tankstellen bildeten sich lange Schlangen.

In der zweitgrößten Stadt des Landes klagten die Geschäftsleute nach Plünderungen über Millionenverluste. Die rund 500 betroffenen Läden in Maracaibo hätten nach ersten Erkenntnissen rund 50 Millionen Dollar Verlust erlitten, sagte der Präsident der Handelskammer im Bundesstaat Zulia, Fergus Walshe, der Tageszeitung „El Nacional” am Mittwoch. Er nehme an, dass die Zahl noch steigen werde. „Maracaibo ist eine Geisterstadt. Das einzige, das noch geöffnet hat, sind Bäckereien und Mini-Supermärkte”, sagte Walshe.

Das Einkaufszentrum „Sambil” in Maracaibo war am Montag während des Stromausfalls gestürmt worden. Berichte über Plünderungen kamen aus dem ganzen südamerikanischen Land, das in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise steckt. In dem einst reichen Land fehlt es mittlerweile an den nötigsten Dingen. Supermarktregale bleiben leer, es gibt keine Medikamente.

apa/dpa

stol