Donnerstag, 26. April 2018

Süd-Tiroler Freiheit fordert „Deutsche Kinder in deutschen Kindergärten“

Am Donnerstag hat die Süd-Tiroler Freiheit eine neue Plakataktion vorgestellt: Sie fordern Vorrang für deutschsprachige Kinder in deutschen Kindergärten.

Bei der Präsentation der Plakataktion: v.l.: Cristian Kollmann, Sven Knoll, Andreas Tutzer, Myriam Atz Tammerle, Bernhard Zimmerhofer und Stefan Zelger.
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Bei der Präsentation der Plakataktion: v.l.: Cristian Kollmann, Sven Knoll, Andreas Tutzer, Myriam Atz Tammerle, Bernhard Zimmerhofer und Stefan Zelger.

Als Hauptpunkt wurde die Landeshauptstadt Bozen gewählt, wo das Problem laut Süd-Tiroler Freiheit besonders akut sei: „Die Einschreibungen von nicht-deutschen Kindern in deutsche Kindergärten haben in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. In Kindergärten von Gemeinden mit einem hohen Italiener- bzw. Ausländeranteil sind die deutschen Kinder dadurch mitunter zur Minderheit geworden. Dies bedeutet eine Gefahr für den Schutz und den Fortbestand der deutschen Sprachgruppe und somit langfristig auch für den Minderheitenschutz“, erklärt die Partei ihre neuste Initiative. 

Im vergangenen Jahr bereits hatten die Landtagsabgeordneten Sven Knoll, Bernhard Zimmerhofer und Myriam Atz Tammerle eine Landtagsanfrage eingereicht, die unter anderem folgende Ergebnisse erbracht hatte: In Bozen gibt es bereits 6 deutsche Kindergärten mit mehr Nicht-EU-Bürgern als EU-Bürgern; jeweils einen gibt es in Meran und Waidbruck. Dabei reihen sich auch unter die EU-Bürger viele nicht-deutschsprachige Kinder ein. Besonders akut sei die Situation im deutschen Kindergarten in der Bozner Weggensteinstraße: Von den insgesamt 48 eingeschriebenen Kindern sind dort nur noch 10 Kinder (20,83 Prozent) italienische Staatsbürger, wobei auch hier dies nicht automatisch bedeutet, dass sie der deutschen Sprachgruppe angehören. 5 Kinder (10,42 Prozent) sind aus anderen EU-Staaten, und der große Rest von 33 Kindern (68,75 Prozent) stammt aus Nicht-EU-Staaten.

Weitere Anfrage, nach welchen Kriterien entschieden wird 

Mit einer weiteren Landtagsanfrage wollen die Abgeordneten nun in Erfahrung bringen, wie sich die Situation im kommenden Kindergartenjahr 2018/19 darstellt. Konkret wollen sie unter anderem wissen, nach welchen Kriterien entschieden wird, ob ein Kind direkt einen Kindergartenplatz bzw. den Platz des Wunschkindergartens bekommt oder auf die Warteliste gesetzt wird, oder wie im kommenden Kindergartenjahr in sämtlichen deutschen Kindergärten der Anteil ausländischer Kinder bzw. der Anteil von Kindern aus Nicht-EU-Staaten aussehen wird. Da das Merkmal „italienischer Staatsbürger“ somit nichts darüber aussagt, welcher Sprachgruppe ein Kind angehört, wollen die Abgeordneten zudem erfragen, ob für das kommende Kindergartenjahr geplant ist, auch die sprachlich/kulturelle Zugehörigkeit bzw. den diesbezüglichen Hintergrund der Kinder statistisch zu erheben.  

Die Forderungen der Süd-Tiroler Freiheit zusammengefasst: 

  • Deutschsprachige Kinder haben in Süd-Tirol das Recht auf einen deutschen Kindergarten, denn das Autonomiestatut ist entsprechend einzuhalten.
  • Kindergartenklassen, in denen Deutsch nur noch von einer Minderheit gesprochen wird, darf es nicht geben.
  • An den deutschen Kindergärten muss eine Obergrenze für nicht-deutschsprachige Kinder festgelegt werden, indem diese gleichmäßig auf verschiedene Kindergärten verteilt werden und, falls erforderlich, indem weitere Kindergärten bereitgestellt werden.
  • Kinder, die der deutschen Sprache nicht ausreichend mächtig sind, sollen von sprachpädagogischen Fachkräften in die deutsche Sprache eingeführt werden, so dass sie dem Kindergartenunterricht leichter folgen können und diesen nicht behindern. Im Idealfall sollten die Kinder bereits vor ihrem Kindergarteneintritt dieses Angebot erhalten. Darüber hinaus könnten die Kinder auch während des Unterrichts mehrmals pro Woche aus dem Kindergartenunterricht herausgenommen und in eigenen Gruppen von sprachpädagogischen Fachkräften unterrichtet werden.
  • Die Ressourcen zwischen dem deutschen und italienischen Schulamt sollen – im Verhältnis zur jeweiligen Stärke der Bildungseinrichtungen nach Sprachgruppen – gerechter verteilt werden, und somit müssen im konkreten Fall auch den deutschen Kindergärten mehr Ressourcen (Räumlichkeiten, Personal) zur Verfügung gestellt werden.

stol

stol