"Carabinieri und Co. sind oft kaum vertraut mit den hiesigen Gegebenheiten und noch seltener der deutschen Sprache mächtig. Immer wieder kommt es zu gravierenden Verletzungen der Zweisprachigkeitspflicht. Daran haben auch viele Beschwerden in den letzten Jahren nichts geändert. Die zahlreichen Einbrüche in letzter Zeit lassen auch Zweifel an der Effizienz der bestehenden Polizeieinheiten aufkommen", schreibt die Süd-Tiroler Freiheit (STF) in einer Presseaussendung. Andere Provinzen in Italien wie Grosseto, Florenz, Pisa, Venedig oder Brescia besitzen laut STF bereits eine Art Landespolizei. In Katalonien werde der gesamte Polizeidienst von der landeseigenen „Mossos d’Esquadra“ ausgeführt."Seit 1994 wurde die Exekutivgewalt schrittweise an die katalanische Landespolizei übertragen und 2008 abgeschlossen. Auch im Baskenland gibt es eine Autonomiepolizei. Hier fungiert seit 1982 die lokale „Ertzaintza“. Warum sollte die Schaffung einer eigenen Polizei deshalb nicht auch in Süddirol, dem Land mit der „weltbesten Autonomie“ möglich sein?!", betont die Bewegung. „Ein Landespolizeikorps könnte sich wesentlich besser in die lokalen Realitäten einfügen. Eigene Polizeikräfte könnten mit den geographischen, historischen, kulturellen und gesellschaftlichen Verhältnissen in Süd-Tirol besser umgehen“, so der Landtagsabgeordneter Bernhard Zimmerhofer.„Es ist einleuchtend, dass die Schaffung einer solchen Polizeieinheit nicht von heute auf morgen umgesetzt werden kann, sondern vielmehr einen Prozess darstellen wird wie in Katalonien“, ergänzt Fraktionssekretär Stefan Zelger.„Es ist aber ebenso evident, dass dies einer enormen Weiterentwicklung der Autonomie gleichkommen würde und ein bedeutender Schritt in Richtung Unabhängigkeit wäre“, so die Landtagsfraktion der Süd-Tiroler Freiheit abschließend.