Sie habe umfangreiche Informationen über die Voraussetzungen für eine Verselbstständigung Südtirols und ihre Folgen eingeholt und könne „auf dieser Grundlage federführend ein zentrales gesellschaftspolitisches Diskussionsthema voranbringen“, so Sven Knoll.Für die Wahrnehmung der Selbstbestimmung wäre grundsätzlich die Form einer informierten Volksabstimmung zu bevorzugen, also einer demokratischen Abstimmung, nachdem sämtliche Vor- und Nachteile abgewogen worden wären.„Die definitive Entscheidung muss unmittelbar beim Volk liegen“, so Sven Knoll. Um den reibungslosen Ablauf dieser Volksabstimmung zu gewährleisten, wäre laut Süd-Tiroler Freiheit die internationale Überwachung durch die Vereinten Nationen, durch die OSZE, den Europarat und die EU anzustreben.Doppelte StaatsbürgerschaftBei einer Loslösung Südtirols von Italien mit anschließender Angliederung an Österreich müsste der Bevölkerung die Möglichkeit eingeräumt werden, die Doppelstaatsbürgerschaft zu erhalten.„Dies ist vor allem für die italienischsprachige Bevölkerung in Südtirol wichtig, da eine Abspaltung Südtirols von Italien somit nicht zum Verlust ihrer italienischen Staatsangehörigkeit führen muss und sichergestellt wird, dass es zu keiner Diskriminierung kommt“, so die Süd-Tiroler Freiheit.Mitgliedschaft in der EU und internationalen Organisationen„Sollte sich bei der Selbstbestimmung Schottlands 2014 eine Mehrheit für die Unabhängigkeit finden, wird diese innere Erweiterung der EU erstmals durchexerziert und damit maßgeblich für zukünftige Entwicklungen dieser Art“, erklärte die Süd-Tiroler Freiheit.Sollte Südtirol demnach die Unabhängigkeit anstreben, sei die EU im höchsten Maße daran interessiert, keine neuen weißen Flecken auf der EU-Landkarte entstehen zu lassen: „Es ist daher davon auszugehen, dass die EU kein Interesse daran haben dürfte, diese neuen Gebiete durch einen Ausschluss dauerhaft zu bestrafen.“Bei der Wiedervereinigung Südtirols mit Österreich würden laut Süd-Tiroler Freiheit alle Verträge Österreichs auch auf Südtirol ausgedehnt werden.„Sowohl die Mitgliedschaft in der EU als auch bei internationalen Organisationen, denen Österreich gegenwärtig angehört, wären somit automatisch“, so Sven Knoll.Staatennachfolge in Vermögen und SchuldenIm Falle einer Verselbstständigung Südtirols oder einer Wiedervereinigung mit Österreich sei laut Süd-Tiroler Freiheit davon auszugehen, dass Südtirol einen Anteil der italienischen Verbindlichkeiten übernehmen würde, dafür aber auch Anspruch auf die entsprechenden Vermögenswerte Italiens hätte.Auch bezüglich der Rentenansprüche sei Südtirol auf der sicheren Seite: „Die in Italien erworbenen Versicherungsansprüche der Südtiroler könnten sowohl im Falle einer Wiedervereinigung als auch im Falle der Eigenstaatlichkeit geltend gemacht werden.“„Wir haben die Studie richtig präsentiert“Bezüglich der Diskussion darüber, ob die Süd-Tiroler Freiheit den ersten Teil der Studie von Peter Hilpold nun falsch interpretiert habe, reagierte die Bewegung am Dienstag mit Empörung:„Im Zuge der Vorstellung der Studie zur Selbstbestimmung (STOL hat berichtet) ist durch eine ungeschickte Formulierung in der medialen Berichterstattung der Eindruck erweckt worden, als ob Südtirol die Forderung nach Selbstbestimmung auf der Grundlage des vom Völkerrecht anerkannten Rechtes auf Sezession zum Zwecke der Entkolonialisierung einfordern könne“, heißt es in der Pressemitteilung am Dienstag.Dies sei von der Süd-Tiroler Freiheit nie behauptet worden. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass das Völkerrecht diese Materie für die Zeit nach der Entkolonialisierung nicht geregelt habe und dass man sich hierbei nur auf die gelebte Praxis berufen könne, welche zeige, dass es auch in jüngster Zeit erfolgreiche und anerkannte Sezessionen gegeben habe.