Mittwoch, 04. Dezember 2019

Süd-Tiroler Freiheit: „Immer öfter wird der Strom abgedreht“

Ein Leben ohne Strom: Heute kaum vorstellbar. Dennoch haben viele Strom- und Gaslieferanten das Problem, dass Kunden ihre Rechnungen spät oder auch gar nicht bezahlen. Die Süd-Tiroler Freiheit hat nun eine Anfrage im Landtag eingereicht, um zu verstehen, was der Grund dafür ist.

Die Süd-Tiroler Freiheit ist den Stromsündern nachgegangen.
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Die Süd-Tiroler Freiheit ist den Stromsündern nachgegangen. - Foto: © shutterstock

Zudem wollte die Süd-Tiroler Freiheit mit ihrer Anfrage herausfinden, wie hoch die Außenstände in den letzten 3 Jahren waren und wie viele Kunden in den besagten Jahren eine Strom- oder Gassperre erhalten haben.

Für die Beantwortung der Anfrage wurde stellvertretend für die zahlreichen Unternehmen Alperia für Strom und Gas herausgegriffen. Alle Werte beinhalten sowohl Unternehmen als auch Haushalte.

Strom:

Die Außenstände bei der Stromversorgung steigen von Jahr zu Jahr.
So gab es allein im vergangenen Jahr unbeglichene Stromrechnungen in der Höhe von mehr als 2,6 Millionen Euro. Im Jahr 2017 waren es noch 2,15 Millionen Euro, im Jahr davor nur wenig mehr als 2 Millionen Euro.

Und auch die uneinbringlichen Forderungen bei der Stromversorgung haben einen Anstieg zu verzeichnen, berichtet die Süd-Tiroler Freiheit.

Im vergangenen Jahr waren es rund 227.000 Euro, die nicht mehr bezahlt wurden, fast doppelt so viel als noch im Jahr 2017 (135.624,59 Euro) und fast 4 Mal soviel wie noch im Jahr 2016 (60.048,17 Euro).

Logische Konsequenz ist, dass immer mehr Kunden der Strom abgestellt wird: 2018 erhielten insgesamt 4750 Kunden eine Stromsperre, 2017 waren es 2112, 2016 immerhin 2066.

Gas

Wie die Beantwortung der Anfrage der Süd-Tiroler Freiheit ergab, sind hingegen die Außenstände bei der Gasversorgung im Sinken begriffen.
Gab es im Jahr 2016 noch Außenstände in Höhe von rund 500.000 Euro gab, waren es 2017 nur noch rund 373.000 Euro.

Hingegen sind die uneinbringlichen Forderungen bei der Gasversorgung gestiegen.

Im vergangenen Jahr mussten hier insgesamt 69.231,43 Euro an Rechnungen abgeschrieben werden, die nicht mehr bezahlt werden.
Im Jahr 2017 waren es noch 38.159,98 Euro und im Jahr 2016 18.307,16 Euro.

Eine Gassperre hatten im vergangenen Jahr insgesamt 1833 Kunden erhalten, davor waren es 764 und 2016 noch 614.

„Südtiroler kommen nicht mehr über die Runden“

Die Gründe für die Zahlungssäumnis seien vielfältig, berichtet die Süd-Tiroler Freiheit. So gebe es sicher einige Kunden, die einfach nur säumig seien.

„Sehr viele Menschen kommen aber schlichtweg mit ihrem Einkommen im Hochpreisland Süd-Tirol nicht mehr über die Runden“, schreibt die Bewegung, die deshalb noch einmal die Landesregierung mit dem Thema konfrontieren möchte, um in Erfahrung zu bringen, wie sich die negative Entwicklung in den vergangenen Jahren erklärt.

liz