Dort konnte der 65-jährige Oh Se-hoon, dem Ambitionen fürs Präsidentenamt nachgesagt werden, seinen Bürgermeisterposten erneut verteidigen. Damit haben sich auf regionaler Ebene die politischen Machtverhältnisse deutlich verschoben. Bei den vorherigen Regionalwahlen im Jahr 2022 waren noch 12 Regionen an die konservative PPP gegangen, während die linksgerichtete DP lediglich in 5 Regionen gewann. Aufgrund einer regionalen Zusammenlegung wurde diesmal nur in 16 statt 17 Regionen abgestimmt.<BR /><BR />Die Wahlen gelten als wichtiger Stimmungstest für den seit rund einem Jahr amtierenden Präsidenten Lee Jae-myung (DP). Er genießt nach wie vor vergleichsweise breite Unterstützung innerhalb der Bevölkerung, während sich das konservative Lager seit der Staatskrise von 2024 bisher nicht erholen konnte. Damals hatte Ex-Präsident Yoon Suk-yeol (PPP) überraschend das Kriegsrecht ausgerufen und das Land damit zeitweise ins Chaos gestürzt, wofür der 66-Jährige mittlerweile zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.<BR /><BR />Die Wahlbeteiligung fiel diesmal mit 61 Prozent vergleichsweise hoch aus. Überschattet wurden die Wahlen jedoch von organisatorischen Problemen. In mehr als einem Dutzend Wahllokalen fehlten über mehrere Stunden ausreichend Stimmzettel. Politiker der PPP forderten daraufhin einen Stopp der Auszählung sowie eine Wiederholung der Abstimmung. Zudem kam es vor dem Sitz der nationalen Wahlkommission in Gwacheon sowie vor einigen Wahllokalen in Seoul zu Protesten.