Mittwoch, 04. November 2020

Südtirol nur gelbe Zone: Einstufung anhand von komplett überholten Daten

Anders als auch von Insidern vermutet, wurde Trentino-Südtirol nun von Italien doch nicht zu einer roten sondern zu einer gelben Zone erklärt. Dies teilte Giuseppe Conte im Rahmen der Vorstellung seines neuen Ministerialdekretes am Mittwochabend mit. Grund für diese überraschende Wendung: Die Einstufung in Rom wurde anhand der Infektionszahlen vom 25. Oktober vorgenommen. Diese sind jedoch vollkommen überholt.

Giuseppe Conte.
Giuseppe Conte. - Foto: © ANSA / FILIPPO ATTILI UFFICIO STAMPA PA
Im Kampf gegen die zweite Corona-Welle hat die Regierung in Rom Italien in 3 Risikozonen eingestuft und erlässt Teil-Lockdowns für besonders gefährdete Gebiete.

Als rote Zonen eingestuft wurden die 4 Regionen Lombardei, Aosta, Kalabrien und Piemont. In diesen Regionen gelten ab Freitag strenge Einschränkungen.

Südtirol wurde den ganzen Tag über als rot gehandelt, auch Insider rechneten fest damit, dass Südtirol rote Zone werden würde. Kurz nach 20 Uhr dann die Bekanntgabe durch Ministerpräsident Giuseppe Conte: Südtirol wird nicht rot, sondern gelb.



Unabhängig von dieser Einstufung gilt weiterhin die Südtiroler Verordnung. „Sie trägt den realen Zahlen Rechnung“, erklärt Landeshauptmann Arno Kompatscher, denn: „Die Einstufung in Rom wurde anhand der Infektionszahlen vom 25. Oktober vorgenommen.“ Diese seien jedoch vollkommen überholt, weshalb schnell eingegriffen werden müsse.


Wie berichtet gelten in Südtirol seit Mittwoch Mitternacht bereits eigene strenge Regeln, die teilweise deckungsgleich mit dem Ministerialdekret sind, teils aber auch strenger. Es gilt eine Ausgangssperre ab 20 Uhr. Wenn man nach dieser Zeit aus notwendigen Gründen unterwegs ist, muss man eine Eigenerklärung mitführen.


Zusätzlich hat die Landesregierung einige Gemeinden, darunter auch die Landeshauptstadt Bozen, als Cluster-Gemeinden eingestuft, in denen noch rigorosere Regeln gelten als im restlichen Landesgebiet.

stol