Das Programm läuft nun zwar aus, allerdings gibt es eine Reihe weiterer EU-Investitionsprogramme. Martha Gärber, Direktorin der Landesabteilung Europa, nennt die aktuellen Summen. <BR /><BR />Die Bandbreite der mit dem Wiederaufbaufonds geförderten Programme sind so vielfältig wie das Leben selbst. Sie erstreckt sich von der Aufwertung historischer Dorfkerne (Stilfs, Enneberg und Schnals), der Digitalisierung von Kulturgütern (Landesarchiv, Museum Ladin, Bibliotheken Tessmann und Claudia Augusta) über Investitionen in das Stromnetz, in Wasserstofftankstellen, in die Errichtung von Elektroladesäulen oder in die Erneuerung von Bewässerungssystemen bis hin zu Bildungsinitiativen und Projekten im Bereich Zusammenhalt und Inklusion. <BR /><BR />Nicht zu vergessen die 99 genehmigten Projekte in der Sparte Gesundheit, in der neben Telemedizin oder häusliche Pflege auch zehn neue Gemeinschaftshäuser für eine wohnortnahe medizinische Versorgung mitfinanziert werden. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1289349_image" /></div> <BR /><BR />Unterm Strich wurde die stattliche Anzahl von 4.169 Projekten mit einem Gesamtvolumen von 1,46 Milliarden Euro über Fördermittel aus dem staatlichen Wiederaufbauplan PNRR gefördert. <BR /><BR />Allein an diesem Satz zeigt sich ein Dilemma, das sich nachteilig für das ohnehin schwer greifbare Konstrukt Europa auswirkt, denn: Der Wiederaufbauplan mag zwar ein Maßnahmenpaket auf staatlicher Ebene sein, doch die Geldmittel kommen von der EU. Italien entpuppt sich hierbei als der größte Profiteur, der PNRR-Geldsegen umfasst insgesamt mehr als 200 Milliarden Euro. <h3> Südtiroler Projektträger im Soll</h3>Die beispiellose Initiative, ins Leben gerufen, um die Auswirkungen der Covid-Pandemie zu überwinden, neigt sich nun dem Ende zu. Von Ausnahmen und Fristverlängerungen einmal abgesehen, müssen die veranschlagten Projekte mit Stichtag 30. Juni 2026 umgesetzt sein.<BR /><BR /> Was Südtirol betrifft, laufen die PNRR-Fäden bei Martha Gärber, Direktorin der Landesabteilung Europa, zusammen. Wenngleich so mancher Antragsteller mit dem Einpflegen von Daten noch etwas hinterherhinkt, beteuert sie, dass die vielen Beteiligten aus Südtirol ihre Hausaufgaben ordentlich hinbekommen haben. „Die Fördergelder des Wiederaufbaufonds PNRR waren für Südtirol eine Riesenchance. Und Südtirol hat diese Chance genutzt“, bilanziert sie. <h3> Mehrere Programme von 2021 bis 2027</h3>Dabei sei das alles kein Selbstläufer, weil es sich um strategische und zukunftsgerichtete Initiativen handelt. „Fördergelder der EU sind vorrangig darauf ausgerichtet, Neues auszuprobieren und Innovationen voranzutreiben, alles andere übernehmen Staat, Land oder andere Körperschaften“, zeigt sie auf.<BR /><BR />Der PNRR-Fördertopf mag somit leergefischt sein, allerdings laufen mehrere andere Förderinitiativen weiter. Zu nennen sind hier vorrangig das Programm EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) mit einem Fördervolumen von 246 Millionen Euro sowie der ESF+ (Europäischer Sozialfonds Plus) mit rund 150 Millionen Euro an abrufbaren Geldmitteln. <BR /><BR />Durch das EFRE-Programm werden Forschungsvorhaben unterstützt, E-Government-Dienste ausgebaut und so die Digitalisierung vorangetrieben genauso wie der Bau von Leitungen für das Fernwärmenetz, Hangsicherungen und Hochwasserschutz. <h3> Investitionen in die Zukunft</h3>Als Brücke zwischen Staaten versteht sich indessen das über 91 Mio. Euro umfassende Interreg-Programm. Erst in der vergangenen Woche einigte sich der Lenkungsausschuss im Kloster Neustift auf die Finanzierung weiterer 26 Kooperationsvorhaben mit Fokus auf Klimaschutz und Innovation. <BR /><BR />Alle drei genannten Programme beziehen sich auf den Zeitraum zwischen 2021 bis 2027. Mag sein, dass Europa zuweilen als bürokratischer Koloss daherkommt, doch bei all der Kritik sollte man auch die Unterstützungen und Initiativen zum Wohle seiner Bürger nicht außer Acht lassen.