Donnerstag, 18. Juni 2015

Südtirol hat über 500 Asylantragsteller aufgenommen

Südtirol hat bisher insgesamt 567 Asylantragsteller aufgenommen, von denen etwa hundert den Antrag um Asyl direkt im Land gestellt haben. Das bestätigte Landesrätin Martha Stocker nach der Regionenkonferenz in Rom. Dabei pochte Stocker darauf, dass auch letztere in die staatliche Quotenregelung miteinbezogen werden sollen.

Rund hundert Flüchtlinge haben den Antrag auf Asyl in Südtirol gestellt.
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Rund hundert Flüchtlinge haben den Antrag auf Asyl in Südtirol gestellt.

Die Flüchtlingshilfe war Mittwochabend Thema eines Treffens der Regionen und autonomen Provinzen mit Innenminister Alfano, an der Landesrätin Stocker teilgenommen hat.

Drei brennende Themen standen auf der Tagesordnung:

  • die Aufnahmeeinrichtungen und die Proteste einiger Regionen im Zusammenhang mit weiteren Flüchtlingsaufnahmen, darunter die Lombardei und Venetien
  • die Situation der flüchtenden Menschen auf der Durchreise an Bahnhöfen und an Grenzübergängen
  • die Verhandlungen auf europäischer Ebene zur Anpassung der derzeit gültigen Dublin-Regelung im Hinblick auf die Möglichkeiten einer Quotenregelung

Lokale Antragsteller zur Quote zählen

Stocker berichtete bei dem Treffen dem Innenminister und den Kollegen der anderen Regionen über die Situation in Südtirol. 

 

Landesrätin Stocker mit Innenminister Alfano - Foto: LPA/Katharina Tasser

Von den 567 Asylantragstellern, die Südtirol aufgenommen hat, haben etwa hundert den Antrag um Asyl direkt im Land gestellt.

 "Angesichts der besonderen Herausforderung für Südtirol als Grenzland, möchten wir erreichen, dass auch jene Personen, die direkt in Südtirol den Asylantrag stellen, in den Berechnungen der staatlichen Quotenzuweisungen berücksichtigt werden, was bisher nicht der Fall ist", erklärt Stocker.

Damit hätte Südtirol das staatlich vorgegebene Soll der Flüchtlingsaufnahme erreicht.

Die Landesrätin forderte in der Regionenkonferenz zudem die stärkere Berücksichtigung der besonderen Situation Südtirols als Durchzugsland mit den komplexen Situationen an den Schwerpunktbahnhöfen Bozen und Brenner. Diese Herausforderungen beträfen neben Südtirol auch die Regionen Friaul und Ligurien mit ihren Bahnhöfen an den zentralen Durchreiserouten, so Landesrätin Stocker.

stol

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