Montag, 22. Oktober 2018

Südtirol: Lega überrollt Forza Italia

Was in Rom viele Abgeordnete der italienischen Rechtsparteien, vor allem der Forza Italia, seit den Parlamentswahlen im März mehr als alles andere fürchten, ist in Südtirol seit Sonntag Realität: Die Lega ist die alles dominierende Partei im Rechts-Spektrum und hat beinahe die gesamte Konkurrenz übernommen oder verdrängt.

Matteo Salvini spricht, Silvio Berlusconi muss zuhören
Matteo Salvini spricht, Silvio Berlusconi muss zuhören - Foto: © APA/ANSA

Vor 10 Jahren war ein solches Szenario noch undenkbar. Nach der Landtagswahl 2008 schickte allein die Forza Italia-Nachfolgepartei „Popolo della Libertá“ 3 Abgeordnete in den Landtag (Alessandro Urzi’, Michaela Biancofiore und Mauro Minniti).

Die Kleinstpartei Unitalia war mit ihrem Aushängeschild Donato Seppi im Lokalparlament vertreten, die Lega Nord hatte ebenfalls nur einen einzigen Landtagsabgeordneten.

Im Jahr 2013 mussten sich Forza Italia, wie die Partei mittlerweile wieder hieß, die Lega Nord und das Team Autonomie zusammenschließen, um mit kümmerlichen 7120 Stimmen (2,5 Prozent) gemeinsam mit einem einzigen Abgeordneten vertreten zu sein.

Unitalia scheiterte ebenso wie „La Destra Minniti“. Einzig „L’Alto Adige nel cuore“ schaffte mit Urzì den Sprung in den Landtag.

5 Jahre später hat die Lega erfolgreich fast jegliche Konkurrenz im Rechts-Spektrum aus dem Weg geräumt und stellt 4 Abgeordnete im Landtag.

Nur Alessandro Urzì von „L’Alto Adige nel cuore“, der sich zusammen mit Fratelli d’Italia auf einer gemeinsamen Liste den Wählern präsentierte, konnte sich erfolgreich gegen den Salvini-Orkan stemmen und erneut in den Landtag einziehen.

Die einst bei den italienischsprachigen Wählern so dominante Forza Italia hingegen spielt in Südtirol seit Sonntag keine Rolle mehr.

Antonella Biancofiore, Schwester von Michaela, der Kammerabgeordneten und Ex-Forza Italia-Chefin in Südtirol, holte als „Zugpferd“ nur 514 Vorzugsstimmen. Ihre Partei kam auf 1 Prozent und lag damit nur hauchdünn vor der rechtsextremen Partei „Casapound“, die 0,9 Prozent der Wählerstimmen erhielt.

stol

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