Montag, 30. März 2020

Kompatscher: „Wir werden uns an den Mundschutz gewöhnen müssen“

Bei der virtuellen Medienkonferenz von Landeshauptmann Arno Kompatscher am Montagnachmittag ging es um rasche Wirtschaftshilfe für Betriebe und Privatpersonen in Not. Prof. Alex Weissensteiner von der Freien Universität Bozen (unibz) warf per Videozuschaltung vor allem einen Blick darauf, wie die internationale und italienische Politik reagiert und was das für Südtirol bedeuten könnte.

Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der virutellen Medienkonferenz am Montag.
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Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der virutellen Medienkonferenz am Montag. - Foto: © LPA/Fabio Brucculeri
Zu Beginn der Medienkonferenz ging der Landeshauptmann zunächst auf die aktuelle Situation in Sachen Coronavirus ein. Die Zahl der Erkrankten ist seit mehreren Tagen stabil und das gibt Kraft, so der LH. „Jetzt zu sagen, das Gröbste ist vorbei, wäre jedoch ein Trugschluss. Nur wenn wir so weitermachen wie bisher, werden wir die Krise überwinden“, so Kompatscher. „Die Vorsorgemaßnahmen wirken“.

Was die lokale Wirtschaft anbelangt, gab Alex Weissensteiner seine Expertise ab. Der Universitätsprofessor erläuterte die verschiedenen Modelle der Nachbarländer Österreich und Schweiz. Beide Modelle hätten ihre Vorzüge, gemeinsam ist beiden Hilfsmodellen, dass nicht nur Härtefälle herausgesucht werden, sondern auch langfristige Maßnahmen gesetzt werden. Wichtig ist, dass klar kommuniziert wird, wer wie und wann Zugang zu Hilfsgeldern haben wird.

Landeshauptmann Kompatscher kündigte schnelle, (fast) kostenlose Kredite für Klein- und Kleinstunternehmen in Schwierigkeiten an. Auch Hilfen für Familien stellte Kompatscher in Aussicht, damit die Liquidität gewährleistet bleibt.

„Das Land Südtirol hat eine gute Bonität (Triple A Rating), daher kann sich Land zu günstigen Konditionen frisches Geld von den Märkten holen“, so der Landeshauptmann.

Am Dienstag wird die Landesregierung dieses Wirtschafts- und Sozialpaket schnüren.

Wenn die Regierung in Rom insgesamt 50 Milliarden Euro für die Corona-Hilfe ausschütten, dann wird Südtirol ca. 1 Prozent bekommen, also rund 500 Millionen Euro.

Professor Weissensteiner sieht die große wirtschaftliche Unsicherheit 2. große Krise neben der gesundheitlichen Krise. Im Bereich der Ökonomie müsse die Politik klar Signale senden, so der Ökonom.

Zuletzt ging Kompatscher noch auf die nahe Zukunft ein: „Wir müssen Schritt für Schritt in die Normalität zurück. Wir müssen so schnell es geht wieder in die Arbeitswelt zurück, notfalls mit Schutzausrüstung. Damit wir künftig wieder hinausgehen dürfen, werden wir unsere Gewohnheiten anpassen müssen. In Asien sind sehr viele Menschen immer mit Mundschutz unterwegs, das wird wohl auch bei uns so werden“.

Alle Artikel sowie die Übersichtskarten der Lage in Südtirol, in Italien und weltweit mit allen aktuellen Zahlen in Sachen Coronavirus finden Sie hier.

zor

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